Band 
Zehnter Band.
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werden, weil die kaiserliche Krone in die Hände des Papstes,der sie allein verleihe, zurückgegeben und ohnehin die Hälfteder Kurfürsten durch ihren Abfall von der Kirche des vom Papsteverliehenen Wahlrechts verlustig geworden sei. Auch daß er dengegen göttliches und menschliches Recht streitenden Religions.frieden bewilligt, vergab ihm Paul nicht, so lange er lebte.Erst von dessen Nachfolger, PiuS IV, erlangte FerdinandAnerkennung; er war dafür ernstlich bestrebt, den religiösen Wirrenein Ende zu machen und verlieh den Beschlüssen deS TrientnerConzils das Siegel der kaiserlichen Bestätigung. Auf kurze Zeitsetzte er durch, daß den Laien in Oesterreich der Kelch im Abend,mahl bewilligt ward. Im Uebrigen hemmre er in seinen Erb.ländern die Verbreitung dcö LutherthumS; im Reiche hatte ernicht die Macht dazu, und seinen Söhnen schärfte er noch inseinem letzten Willen 1564, 23. Juli) die Aufrechthaltung deskatholischen Glaubens ein. „Seitdem man im heiligen Reichdeutscher Nation - so hatte er noch während der Verhandlungdeö ReligionSfriedens urkundlich niedergeschrieben — und anders-wo von Religion und Glauben gefallen, den Gottesdienst, Ktr.chen, Religion und Klöster zerstört, die Kruzifixe gestürmt, dieSakramente und Heiligen verachtet, desgleichen die guten Werkeund allen Gehorsam und gute Sitten von sich gethan, habe Gottwunderbarlich gestraft in viel Wege und Gestalt. Da die Pro.testancen gar nicht einig noch einhellig seien, sondern zwischenihnen selbst unterschiedlich, uneinig und zertrennt, so daß sieselbst nicht läugncn könnten, vielerlei Glauben zu haben, obwohleS doch nur einen einigen Glauben geben könne, so könne derGott der Wahrheit bei denselben nicht sein. Hochmuth, Hoffartund Vorwitz sei cS, seine Voreltern zu verachten und sich selbsthöher zu stellen. Die Protestanten widersprächen darin sich selbst,daß sie behaupteten, in Glaubenssachen Niemandem Gehorsamschuldig zu sein, und dennoch in GlaubcnSsachen von ihren Un.terthanen, auch gegen derselben Wissen und Willen, Gehorsamforderten, ja noch dazu fremde Unterthanen zu ihrer Religion zudringen und von ihrer Obrigkeit abfällig zu machen suchten. Siesagten zwar selbst, der Glaube sei eine Gabe Gottes, und daßman Niemand dazu oder davon dringen oder zwingen solle. Den.noch gestatteten sie ihren katholischen Unterthanen die Ausübungihres Gottesdienstes und ihrer Ceremonien nicht, zwängen Non-