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reich durch seine» Bruder, den Erzherzog Ernst, den er daselbstals Statthalter eingesetzt — er selbst lebte gewöhnlich in Prag— ausführen; in Böhmen und Ungarn versuchte er später Aehn-lichcS durchzuführen, Loch geschah es mit minderer Strenge alSin Oesterreich. Ungarn und Siebenbürgen, zwischen österreichi-scher und türkischer Herrschaft hin und hergcrissen, wurden durchdie politischen und kirchlichen Fehlgriffe jener in Gährung ver-setzt. Nach dem Tode des Johann Sigismund, welcherOesterreich hatte weichen müssen, erwählte der ssebenbürgischeLandtag denStephanBathori, welcher der ungarischen KroneTreue gelobte. Zur polnischen Krone gelangt, überließ Bathoridie siebenbürgische Woiwodschaft seinem Bruder Christoph,welcher dieselbe auf seinen Sohn Sigtömun d vererbte. Dieserbrachte sich vom türkischen Joch frei und half auch Rudolf,die Türken zurückzutreiben. Er trat ihm sogar Siebenbürgenab, doch als er versuchte, sich wieder in den Besitz deö Landeszu setzen, ward er von dem Grafen Basta*) besiegt, der alsStatthalter eingesetzt durch seine Tyrannei allgemeine Unzufrie.denheit erregte. Zur Empörung entschlossen, verständigten sichdie Siebenbürgen mit den Ungarn, welche durch die schlechte Re-gierung Rudolfs sehr feindselig gegen Oesterreich gestimmtwaren. Dieser schwache, gutmüthige gelehrte Fürst, ein Antiquar,Astronom und Astrologe, aber kein Herrscher, beschäftigte sich inseinem Arbeitszimmer lieber mit dem HimmelSglobuS und seinenkostbaren Kunst- und Raritätensammlungen **) als mit den Auge-
*) Geboren zu Rocca bei Tarent. Er diente nnter dem Herzog von Parmain den Niederlanden. Er verfaßte den .Maestro >Ii oampo xeneralo",Venedig, 1606, und ^koveroo äella oavallerla lexxiera^, Frankfurt.1612.
") „Von Geschäften wollte er nichts hören, sie blieben in den Händen vonGünstlingen oder Betrügern, die ihres Herrn Kassen leerten. Die Zeit,welche er dem Studium der Astronomie und Alchemie entübrigen konnte,brachte er im Marstalle zu. Dabei war er außerordentlich menschenscheu.Wenn Leute mit Geschäften zu ihm dringen wollten, während er oftTage lang in Gedanken vertieft dasaß, oder seinen Malern und Uhr-machern zusah, geriet!) er in Wuth gegen die Störer seiner Ruh«', undwarf ihnen silberne Gefäße, oder was zur Hand war, an den Kopf.Noch in seinen spätern Jahren machte ihm das Fleisch viel zu schaffen.Er wechselte fast täglich nüt ausgesuchten Schönheiten, deren keine sichlange in seiner Gunst erhielt, und selbst bei dieser Gelegenheit zeigte er