Band 
Zehnter Band.
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legenheiten seiner Länder, erschien nicht auf den Landtagen, sahallem unthätig zu oder ließ sich zu den unzweckmäßigsten und un-klügsten Maßregeln verleiten. So fügte er den Verhandlungeneines Landtags, dem er untersagt, über irgend eine religiöse An-gelegenheit zu verhandeln, einen Artikel hinzu, in welchem eralle Ansprüche der Protestanten alS eitel und ihre Handelöwctseals schmählich bezeichnete. Da warf sich der Magnat StephanBotskai, Oheim Sigiömunds von mütterlicher Seite, derdie Klagen der Ungarn an den Hof gebracht und dort Mißhand-lungen erfahren hatte, zum Führer einer Empörung auf, die an-fänglich nicht gegen den Kaiser, sondern gegen seine gränzenloshabsüchtigen Offiziere gerichtet war. Der Großherr erkannte denBotskai als Fürst von Siebenbürgen und König von Ungarnan. AlS (1605) die Nachricht von diesen Vorgängen in Prageinlief, gerieth Rud olp h in solche Verzweiflung, daß er sich garnicht mehr sehen ließ, sich mit dem Gedanken an Flucht nachMünchen trug und Spuren von Wahnsinn zeigte. Nicht blosdas Unglück in Ungarn, auch Mißtrauen gegen seine Brüder,namentlich gegen Erzherzog Matthias, seinen nächstältesten Bru-der und Erben, da er unvcrheirathct war, verdüsterte sein Gc-müth. Dieses Mißtrauen war auch nicht ungegründct, da diePrinzen des kaiserlichen Hauses wegen der Unfähigkeit Rudolfsan seine Entsetzung dachten; namentlich machte der ehrgeizigeMatthias Umtriebe, den Kaiser zu verdrängen, welcher seiner.seitS, wie man glaubte, aus Abneigung gegen den Bruder dasösterreichische Erbe einem seiner Neffen, dem Erzherzog Ferdi-nand von der Steiermärker Linie, zuwenden wollte. Matthiashatte von den Holländern die angetragene Souvcränetät ange.nommen und damit der Welt das Aergerniß gegeben, daß einösterreichischer Erzherzog an der Spitze von Empörern gegen seineigenes Regentenhauö stand (1580). Zwar trat er wieder zurück,alS er die Gefahren dieser Stellung erkannte, aber der Kaiserhielt ihn seitdem bei Seite und machte, daß ihm die polnische

sich so mißtrauisch, Laß er Lie Mädchen vorher untersuchen ließ, ob siekeine verborgene Waffe» bei sich führten," A. F, Gfrörer, GustavAdolf, König von Schweden, und seine Zeit. — Anch zu vergleichenF, v. Hurt er, Philipp Lang, Kammerherr Kaiser Rudolf II, Schaff-hausen, 1851.

D. B,