Band 
Zehnter Band.
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Krone, nach welcher er strebte, entging. Von den Verhältnissengedrängt, übergab ihm indessen Rudolf, nach dem Tode desErzherzogs Ernst, die Statthalterschaft in Oesterreich und Un.gärn, wo er den Krieg gegen die Türken mit Glück führte.Botskai's Rebellion brachte nun den lange bestehenden Grollim regierenden Hause zum Ausbruch. Matthias berief dieVerwandten zu einer Versammlung, in welcher dem Kaiser Ru.Lolf das Seniorat deö Hauses abgesprochen wurde, „weil cS leiderzu offenbar wäre, daß seine kaiserliche Majestät wegen ihrer sichöfters erzeigenden, gefährlichen GemüthSblödigkeiten zur Regie,rung der Königreiche des HauseS nicht tauglich sei"; auf Mat.thias, als den Rachältesten, ward dieses Seniorar übertragen.Darauf schloß derselbe mit Botskai Frieden, mit den Türkeneinen dreijährigen Waffenstillstand (1606). Aber der Kaiser,zürnend, daß Solches hinter seinem Rücken geschehen, verweigertedie Bestätigung und beruft einen Reichstag nach Regenöburg,um dort die Geldmittel zur Truppenwerbung zu erhalten. Nunmußte Matthias weiter gehen und da die katholische Partei,auf welche er gerechnet, ihn im Stiche ließ, warf er sich denProtestanten in Oesterreich und Ungarn in die Arme. Auf einemReichstage zu Preßburg bewilligte er (1608) alle Forderungender Protestanten, entzog den Jesuiten ihre liegenden Güter, er.richtete sogar ein Bündnis der ungarischen und österreichischenStände, ließ die Herrschaft in Siebenbürgen, da Botskai in-zwischen gestorben war, dem Sigismund Racoczi — nachdessen Rücktritt (1608) dem wilden Gabriel Bathori dieHerrschaft von dem Calvinisten Bethlem Gabor streitig ge.macht wurde, der auch, von den Türken unterstützt, Anerkennungerlangte (1613) —, sammelte dann ein österreichisches Heer undrückte mit demselben in Böhmen ein, die Entthronung Rudolfsverkündend. So bedrängt, sah sich dieser, genöthigt (1608),Oesterreich, Ungarn, Mähren, sammt der Anwartschaft auf dieböhmische Krone, an seinen Bruder abzutreten- Von diesem ver.langten nun die österreichischen Stände zum Lohne für ihre Un.terstüyung Herstellung der Religionsfreiheit, wie sie unter Ma.ximilian H bestanden. Da Matthias der Forderung aus-wich und den Huldigungseid ohne Bedingung verlangte, griffendie Stände zu den Waffen und riefen die deutschen Protestantenund die Ungarn kraft des Bündnisses, welches Matthias selbstabschließen geholfen, zum Beistand auf. Dem Erzherzog blieb