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Zehnter Band.
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belagerten Rudolf des Thrones entsetzen. Von Alter und Gramgebeugt/ mußte der Kaiser der letzten seiner Erbkronen entsagen/die dem Matthias auss Haupt gesetzt wurde / nachdem er denMajestätsbrief beschworen (1611).

Inzwischen hatte der von Rudolf nach RegenSburg aus-geschriebene Reichstag zwar stattgefunden (1608)/ aber derselbeward von den protestantischen Ständen nur dazu benutzt/ um ihrealten Pläne zu verfolgen. Ihr Führer war der calvinische Kur.fürst Friedrich IV von der Pfalz/ der von Heidelberg aus garlebhaft intriguirte/ um seiner Religionspartei das Uebergcwichtin Deutschland zu verschaffen und Kursachsen aus der Führer-schaft des deutschen Protestantismus zu verdrängen. Auf demReichstag verlangte die kurpfätzische Partei Bestätigung des Re-ligionsfriedens/ die katholischen Stände erwiderten/ es bedürfezwar einer solchen Bestätigung eines zu Recht bestehenden Wer-träges nicht/ doch wolle man stch dazu verstehen / wenn zugestandenwürde/ daß jedes/ nach dem Passauer Vertrag widerrechtlich inBesitz genommene geistliche Eigenthum zurückerstattet werd«/ jederTheil sich auf seinem Rechtsboden halte. Die Gegner wollte»aber eben umstoßen/ was hiedurch gewahrt werden sollte/ der geift-liche Vorbehalt nämlich/ und so mißlang jeder VermittlungSver-such des Erzherzogs Ferdinand von Stcicrmark als Stellver-treter des Kaisers. Derselbe verlangte keine Hülfe / der Reichstagaber hatte zum Ergebniß/ daß der pfälzische Kurfürst eine unterseiner Leitung stehende protestantische Union zu Stande brachte.

Union. 1608.

Den Vorwand gab die Ausführung der über die ReichsstadtDonauwörth verhängten Reichsacht und Besitznahme der Stadtdurch Herzog Maximilian von Bayern/ welcher durch Cha-rakter/ Geist und Frömmigkeit ausgezeichnete junge Fürst bereitsHaupt und Stütze der katholischen Partei war*). Die Stadt hatte

*) Maximilian war der Erstgeborne (geb. 1873, 17. April) unter denzwölf Kindern des stemmen, doch allzu prachtliebenden Herzogs Wil-helm V. „Der Knabe war höchst talentreich und voll von Leben, dochschüchtern und ungeachtet seiner Fröhlichkeit oft zum Tiefsinn geneigt.Daraus sollte sich der entschlossenste Charakter jener Zeit entwickeln. DieErziehungsart des jungen Fürsten ist für jene Zeit so bezeichnend undin ihren Resultaten so entscheidend, daß wir sie hier etwas näher be-C a n t n, Weltgeschichte. X. 2