Band 
Zehnter Band.
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gegen ein in ihren Mauern gelegenes Kloster Unbilden zugelassenund Genugthuung trotzig verweigert. Schon einige Jahre früherwar auf Betrieb des PfälzerS eine Verbindung mehrerer luthe.

rühren müssen. — Bis zu dem 7. Jahr blieb Mar in den Händen derFrauen, dann wurde er dem Wenzlaw Peträus, einem sanften Manne,guten Juristen und Theologen, zur Erziehung übergeben, wozu späternoch ein eigener Hofmeister kam, Wilhelm Schluderer aus Lachen. DieGlaubenslehren und die Ansangsgründe der lateinischen Sprache mach-ten den ersten Unterricht aus. Noch war Mar nicht 1V Jahre alt, alsauch sein jüngerer Bruder Philipp, bereits zum Bischof in Regensburgpvstulirt, denselben Lehrern übergeben wurde. Da entwarf der sorgsam«Vater, besonders mit Zuziehung der Vorschriften Kaiser Ferdinands I,für seinen Sohn Maximilian einen ausführlichen Erziehungsplan. Dieerste Grundlage für das Leben ist dem frommen Herzog wahre Gottes-furcht. Die fürstlichen Knaben sollten die Kirche regelmäßig besuchenund des Gottesdienstes warten, dem Messe lesenden Priester in der An-dacht und im Dienste genau folgen, ihre Gebete zu den gehörigen Zeiten,nach dem Frühaufstehen, vor dem Essen, vor dem Schlafengehen mitAndacht sprechen. Der Eindruck, den Mar hier gewann, blieb ihm auchals Mann, und mit seiner Frömmigkeit war es ihm immerdar vollerErnst. Demuth war der zweite Grundsatz. Stolz, Zorn, Unwillensollte in den jungen Gemüthern unterdrückt werden; doch sei dabeischarf darauf zu sehe», daß die Zöglinge in keine furchtsame, verzogeneWeise zerrieben werden, „da ihre künftige Bestimmung" Ernst, Tapfer-keit und ein männlich Gemüth erfordere. Streng sollte aller Hochmuthausgetrieben werden, damit sie gegen ihre von Gott gegebenen Unter-thanen*) ein liebreiches und wohlwollendes Gemüth tragen und sichstets erinnern, daß sie nicht über leibeigene Knechte der Heidenzeit, son-dern über Christenleute gesetzt seien. Die Tagesordnung war einfach,jedoch genau bestimmt, damit sie den Werth einer regelmäßigen Zeitver-wendung kennen lernten. Doch fehlte es nicht an Feierstunden, wo siedie Eltern besuchen konnte», nicht an Leibesübungen, dem Alter ange-messen, überhaupt nicht an Erholungen, zumal da mit den Prinzen zu-

») ueber das Königthum von Gottesgnadcn hat der Herzog eine eigen-thümliche Interpretation. Er gebietet dem Peträus, den Prinzen zulehren: daß Fürsten und Obrigkeiten von Gott geordnet seien, seinenwahren Dienst und die wahre unverfälschte Religion zu schützen, dieUnterthanen nach Recht und Billigkeit zu regieren, Frieden und Ruhe;n erhalten, und jedermann um Gottes Mitten zu helfen und zn ra-then, indem ste an seiner Statt auf Erden Anderen vorgesetzt seien,damit männiglich bei ihnen Trost und Zuflucht finde, daß auch eingroßer Titel und Namen Anderes nichts sei, als eine Mahnung jenerForderungen, welche Gott und die Welt an den Inhaber zu stellenhaben. Bergt. C. M. v. Aretin, Geschichte Maximilians I. Th. t.Ebenso über die ganze Erziehungsgeschichte des Prinzen.