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Frieden sollte Kurpfalz das Direktorium führen, im Kriege jederbeschwerte Stand für sein Land; doch ward auch ein erster undzweiter Feldhauptmann in den Personen des Markgrafen JoachimErnst von Brandenburg und des abenteuerlichen ehrgeizigenFürsten Christian von Anhalt, der Seele aller dieser Um.triebe, ernannt. Es war ausdrücklich gesagt, daß das Bündnißnicht gegen Kaiser und Reich gerichtet sein sollte.
Katholische Liga. 1610.
Der protestantische Stoß erzeugte einen katholischen Gegen-stoß. Herzog Maximilian, der die Verhältnisse durchschaute,brachte mit vieler Mühe, da die geistlichen Kurfürsten den Eiferdes jungen HerzogS wie den nothwendigen Aufwand scheuten,einen katholischen Schutzverein zu Stande, die Liga, unter seinerund des Erzbischofs Schweickart von Mainz Leitung.
Iülicher Erbstreit.
ES ergab sich auch alsbald der erste Anlaß für beide Parteien,ihre Kräfte im offenen Kampfe zu messen. Mit dem Tode (1609,9. März) des Herzogs Johann Wilhelm zu Jülich, Berg undEleve, Grafen von Ravensburg und von der Mark, erlosch derMannsstamm dieses Hauses, das nebst Bayern und Habsburgallein der alten Kirche treu geblieben war. Da die Erbfolgevoraussichtlich protestantischen Fürsten zufiel, so drohte die Ge.fahr, auch diese Landschaften, in denen bereits der Calvinismussehr verbreitet war, vollends der katholischen Kirche entfremdetzu sehen. Ansprüche auf die reiche Erbschaft erhob zunächst Kur.sachsen vermöge alten Erbvertrages des Kurfürsten JohannFriedrich mit Jülich und Eleve; Karl V hatte diesen Ver.trag bestätigt, später aber, um den Kurfürsten zu strafen, demVater deS letztverstorbenen HerzogS die Zusicherung ertheilt, daßnach dem AuSsterben des Mannesstammes die Töchter oder derenmännliche Erben mit dem Hcrzogthum belehnt werden sollten.Hierauf nun gründeten der Kurfürst von Brandenburg und derPfalzgraf von Rcuburg als Erben durch zwei Schwestern des ver.storbenen Herzogs ihre Ansprüche. Auch der Pfalzgraf von Zwei.brücken und der Markgraf von Burgau traten aus dem nämlichenGrunde als Erben auf. Die beiden Erster« vertragen sich, umgemeinsam sich in Besitz zu setzen, während Kursachsen, auf seineTreue gegen den Kaiser sich berufend, dessen Gerechtigkeit anruft.