Band 
Zehnter Band.
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Mit Geld und Truppen von Frankreich unterstützt/ hatte in-zwischen die Union den Krieg gegen den Erzherzog Leopoldglücklich begonnen; sie führte auch denselben bis zur Besetzungder elevischen Lande und Einsetzung der beiden evangelischen Prä-tendenten fort, obgleich der Tod Heinrichs IV der Union denLebensnerv durchschnitten. Aber der katholischen Partei gelangeö/ den Kurfürsten Christian H durch Belehnung mit Michund Eleve/ wodurch er überdem zu den wirklichen Besitzern undder Union eine geradezu feindselige Stellung erhielt/ zu gewinnen/und obgleich Christian bald darauf starb/ so hielt doch auchsein Nachfolger Johann Georg zum Kaiserhause / ebenso wieder verschwägerte Hessen-Darmstädtische Hof/ so daß die Union/der die wichtigsten Fürstenhäuser ihres Bekenntnisses fern bliebenund die französische Geldunterstützung entging/ gelähmt ward / zu-mal auch ihr Haupt/ Kurfürst Friedrich IV/ starb. Daß einerder Jülich-Clevischen „Possedentcn"/ Pfalzgraf Wolfgang Wil-Helm von Neuburg/ der eine Schwester Maximilians vonBayern freire/ plötzlich katholisch wurde — das erste von einemdeutschen Fürsten seit dem Augsburger Religionsfricdcn gegebeneBeispiel solchen Rücktritts! — und der Mitbesitzer/ Kurfürst vonBrandenburg/ dafür vom Lutherthum zum Calvinismus übertrat/wohl um mit Hülfe der Holländer den Alleinbesitz deS ErbeS zuerlange«/ verursachte zwar eine Fortsetzung dieses Jülich-Clevi-schen KriegeS unter Betheiligung von Holländern einer- und Spa-niern anderseits (1614)/ doch kam eS bald zu einem Vergleichüber gemeinsame Regierung / denn weder die in sich aufgelösteUnion / noch die gleichfalls zerfallende Liga / deren Leitung ausden Händen Maximilians in die eines österreichischen Prin-

dieselbe Zeit von Holland, vielleicht auch von Venedig aus, sich überdie Freistädte Germaniens eine Verschwörung verzweigte, welche nichtsKleineres beabsichtigte, als mit Hülfe der Verbannten, die damals ausaller Herren Ländern in Deutschland zusammenströmten, mit Hülfedienstloser Landsknechte, endlich mit Hülfe der deutschen Bauern, die manwie vor 10Ü Zähren zu den Waffen rufen wollte, alle Könige undFürsten niederzuschlagen und überall Volksherrschasten einzuführen. DieSpuren dieses Gedankens, der offenbar aus dem Geiste calvinischer Kircheentsprossen ist, verschwinden zwar für mehrere Jahre wieder in demDunkel der Vergangenheit, aber wir werden finden, daß ähnliche ZdeenPlötzlich in Böhmen und an andern Orten auftauchen." G frö r e r, a. a. O.

D. B.