Band 
Zehnter Band.
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zen hinübergespirlt werden sollte/ waren geneigt und im Stande/sich für jetzt weiter mit einander zu messen.

Matthias. 1612-1819.

Die Zügel des Reiches mußten erst wieder kräftigern Hän-den zufallen, ehe die aufgehäuften Zündstoffe den Anstoß findenkonnte«/ der die Flammen wieder hell anfachte. MatthiaS/welcher seinem unglücklichen Bruder auch als Kaiser nachfolgte/nachdem der Tod (1612/ 20. Januar) jenen von äußerster Bc-drängniß und Roth erlöst, sowie von der letzten Demüthigung,daß die Kurfürsten ohne seine Zustimmung den römischen Königerwählt hätten -, war noch nicht der Fürst, der jenen.Anstoßgeben sollte. Hätte Herzog Maximilian eS ernstlich gewollt,so würde die Kaiserwahl auf ihn, nicht auf Matthias gefallensein, aber in der Erkenntniß, daß damit zwischen Habsburg undWittelsbach, zur Vernichtung der katholischen Partei in Deutsch,land, der Keim einer tödtlichen Feindschaft gelegt worden wäre,zog er es vor, auf einen österreichischen Kaiser sich zu stützen,statt als Wittelöbach'scher Kaiser vereinzelt und ohnmächtig zu sein.

Matthias brachte einen guten Willen, aber nicht die ent-sprechende Kraft auf den Kaiserthron; die hatte er in den Käm.pfen gegen seinen Bruder, wobei er indessen mehr wider seinenWillen das Werkzeug für die Zwecke der kirchlichen und politi.schen Neuerung war, und in einem unmäßigen Leben erschöpft.Die evangelischen Fürsten zeigten sich um so weniger bereit, sei-nen wohlmeinenden Vorstellungen und Verfügungen z» willfahren,als sie für die zur Erlangung der böhmischen Krone ihm gelei-stete Hülfe auf Dank rechneten. Bei solcher bedenklichen Hal-tung der UnionSpartci und obgleich er von allen protestantischenFürsten nur Kursachsen und Darmstadt für sich hatte, war derKaiser — eben so wenig wie sein Bruder den schwierigen Verhält-Nissen gewachsen, zudem mit diesem das Unglück theilend, daßfast alle Männer ihrer unmittelbaren Umgebung unzuverlässig undtreulos fremden Interessen dienten, und von denen des Matthiaseinflußreichster Rathgeber, der Kardinal Klesel, daS Meistezum unheilvollen Bruderzwiste beigetragen — verblendet genug,durch Bemühungen zur Stiftung eines katholischen BundeS untereigner Leitung die Schöpfung des Herzogs Max, die Liga, zuvernichten. Dieser machte noch den Versuch, mit den oberdeur-schen und fränkischen Genossen einen besondern Bund zu stiften,