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sah sich aber veranlaßt, auch diesen Plan aufzugeben, ohne jedochdarum aufzuhören, das geistige Oberhaupt der deutschen Katho-liken zu sein und sich für die vorausgesehenen Ereignisse gerüstetzu halten. Bezeichnend ist die Antwort, die er dem Erzbischofvon Mainz gab, als dieser, bei der drohenden Haltung der Union,für Nachgiebigkeit in Bezug auf den günstigen Vorbehalt sprach:„Wenn auch die Katholiken endlich unterliegen sollten, so wür.den sie doch ihre Ehre gerettet haben." Von dem verlebtenKaiser war nichts zu erwarten; die Hoffnungen auf Besserungder Zustände beruhten, da Matthias und seine übrigen Brüderkinderlos waren, auf der steiermärkischen Linie, deren Hauptder schon von Rudolf IL zu seinem Nachfolger erkorne Erzher.zog Ferdinand, des Herzogs Maximilian Vetter und In.gendgenosse, war*).
*) Als Mai auf der Universität sich befand, langte auch ein junger Erz-herzog dort au. Dieses war Ferdinand (geb. >578), der zwölfjährigeSohn des Erzherzogs Karl von Steieruiark «»d der trefflichen Mariavon Bayern, des Herzogs Wilhelm Schwester. Seine Erziehung undsein Unterricht wurden gleichfalls von dem Herzog überwacht, nach den-selben Prinzipien geleitet wie die des jungen Bayersürsten, mit dem ernicht die glänzenden Geistesgaben, wohl aber den tiefen Ernst und denunermüdlichen Fleiß gemein hatte. Zwischen deu beiden Prinzen bildetesich, ungeachtet der Alteröverschiedeuheit, eine innige Freundschaft, welchefür ihr ganzes Leben Stand hielt, wenn auch später Verhältnisse ein-traten , wo die Politik ihre Wege auseinander zu führen schien. —Ferdinand besaß einen Charakter, der unerschütterlich die einmal einge-pflanzten Grundsätze festhielt. Die politischen Verhältnisse, die der Prinzvor Augen hatte, waren geeignet, ihn von der Wahrheit der durch dieJesuiten vorgetragenen Lehren zu überzeugen: hier die Blüthe Bayernsunter dem unerbittlichen Religionselfer seiner Beherrscher, dort die Ver-wirrung Oesterreichs in Folge der Zugeständnisse, welche Maximilian undseine Söhne der neuen Lehre gemacht hatten. — Nach einem fünfjähri-gen Aufenthalt verließ er Bayern, um die Regierung seiner Erblandezu übernehmen (der Vater war schon vor seinem Abgang nach Jngol-stadt gestorben); vor seiner Abreise verlobte er sich mit der Schwesterdes Herzogs Marimilian, so daß er jetzt nicht mehr blos durch Erziehung,sondern auch durch die Bande des Bluts an die Politik Bayerns gefes-selt war. Sein Vater hatte den Ständen von Stcyermark dieselbenReligionsfreiheiten ertheilt, welche einst Kaiser Marimilian dem Erzher-zogtum Oesterreich zugestand. Ferdinand war entschlossen, diese Frei-heiten nicht mehr zu dulden. AIs die Stände, vor Ablegung des Hul-digungseides, verlangten, daß ihr neuer Fürst zuvor die religiösen Rechte