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Dieser junge Fürst war dazu bestimmt, der Erbe des ge-lammten Landbesitzes des HabSburgischen Hauses deutscher Zunge,der Wiederherstellet seiner weltgeschichtlichen Bedeutung zu wer«
des Landes bestätige, erhielten sie zur Antwort, die Religionsfreiheit habemit der Huldigung nichts zu thun: der Eid wurde ohne Bedingunggefordert und auch wirklich geleistet. Bevor er Hand an das schwierigeWerk legte, wollte er sich der Zustimmung des Kaisers, seines Oheims,nud des päpstlichen Segens versichern. Zm Zahr 1597 legte er Rudolf Hden Plan zu einer Gegenreformation vor. Die kaiserlichen Räthe stell-ten das Gutachten, daß Ferdinand volles Recht dazu habe, auch in sei-nem Gewissen dazu verbunden sei, nur äußerten sie Bedenklichkeiten darüber,ob der Erzherzog Macht genug haben werde, seinen Plan auszuführen.Wenn derselbe wegen der DuldungSakte, welche Ferdinands Vater demsteierischen Herren- und Ritterstande verliehen, ungesetzlich schien, so ent-ging man diesem Skrupel durch die Spitzfindigkeit, daß die Bewilligungnur persönlich gewesen und folglich mit dem Tode des Verleihers er-loschen sei. Wegen deS klebrigen berief mau sich auf die bewährte Re-gel des Augsburger Friedens: oerjus rexio, egns relixio. Hätten dieprotestantischen Fürsten im Namen der Reformation über den Glaubenihrer Unterthanen verfügt, so stehe das gleiche Recht zu Gunsten der apo-stolischen Kirche dem Erzherzoge zu. Ferdinand begab sich sodann nachRom zu Papst Clemens Vlll, mir dem er sich eines Weiter» besprach.Auf dem Rückwege schwor er in dem Gotteshanse zu Loretto vor demAltare der heiligen Jungwan Maria, die er „seine Generalissima"nannte, der Ketzerei unversöhnlichen Haß. — Als er nach Gratz zurück-kam, lief Bericht ein, daß etliche evangelische Prediger des Papstes ge-spottet hätten. Unverweilt erklärte Ferdinand den Frieden für gebrochen,die Privilegien für verwirkt, und befahl, daß alle beharrlichen Prote-stanten das Land räumen sollten. Gegenvorstellungen der Stände fruch-teten nichts. Bei Todesstrafe ward den Ketzern geboten, vor Sonnen-untergang Gratz und Judenbnrg, innerhalb acht Tagen das Herzogthumzu meiden. Abgesandte, welche die Stände mit Klagen an den Kaiserschickten, richteten eben so wenig aus... In Steiermark ließ Ferdinanddie neu erbauten evangelischen Kirchen niederreißen, die Bürger, welchesich versammeln wollten, mit Waffengewalt anscinandertreiben (?). Mitunerbittlicher Konsequenz setzte Ferdinand seinen Plan durch. Zn weni-gen Jahren ward eine Stadt nach der andern dem alten Glauben zurück-gegeben, das schwierige Werk, zum Erstaunen Aller, vollendet. Nnläug-bar ist cS.- Ferdinand ragt, gleich seinem Schwager Maximilian vonBayern, weit über den großen Haufen der übrigen deutschen Fürstenvon damals hervor. Ein eiserner Wille, ein Heller Verstand zeichnetdiesen Herrscher aus und glänzend sticht seine Festigkeit gegen die Schwächeab, welche die Kurfürsten von der Pfalz, von Brandenburg, von Sach-sen und so viele andere Mitglieder der deutschen Aristokratie bewiesen."