Band 
Zehnter Band.
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den, daS Gewirre, welchem beim Erlöschens des Maximiliani-schen Zweiges beinahe sämmtliche Länder desselben verfallenwaren, zu lösen, daS überall auö den Fugen Weichende wieder

Gfror er, a. a. O. - Fr. v. Hurter, in seiner Geschichte Ferdi-nands ll und seiner Eltern (7 Bände, Schafshausen 1850—54) undder Fortsetzung: Geschichte Ferdinands II (bis jetzt 2 Bände, daselbst1857), ein auf archivalischen Forschungen beruhendes Quellenwerk erstenRanges, das fortan die Geschichtschreibung bei Darstellung dieser bisherso vielfach entstellten Periode nicht unberücksichtigt und unbenutzt lassenkann — bemerkt: „Indem man durch daS Gewicht, welches man aufdes Erzherzogs und nachmaligen Kaisers fünfjährigen Aufenthalt zn Jngol-stadt und auf seine Verbindung mit den Jesuiten legte, alle seine nach-maligen Maßregeln in Bezug auf daS Kirchliche erklären zu könnenglaubte, hat man von dem entscheidenden Einfluß der Eltern, namentlichder Mutter, von sämmtlichen Beweggründen, welche die eigene festeUeberzeugung au die Hand geben mußte, von allen Befugnissen, die demRegenten durch das damalige Staatsrecht eingeräumt wurden, von allenVeranlassungen, welche die Gegenpartei in steigendem Maße darbot, selbstvon der Nothwendigkeit, den immer weiter klaffenden Riß im Innern zuschließen, abgesehen, und die neben vielen andern blos mitwirkende Kraftin die alleinig antreibende verwandelt." So sehr die Bemühungen umdie kirchliche Wiederherstellung mit dem Interesse seines Hauses zusam-menfielen , so dürfen wir doch daS letztere nicht als diesfälligcs Haupt-motiv bei Ferdinand annehmen. Die Aeußerung gegen seinen bayeri-schen Oheim: „lieber würde ich Land und Leute fahren lassen und imbloßen Hemde davonziehen, als zu Bewilligungen mich verstehen, dieder Religion nachthcilig werden könnten", zeugt von einer tiefchristlichen,für die Kirche wahrhaft anfopferungsfähigeu Gesinnung. „Das bleibtunangefochten — sagt Hurter —, daß Ferdinands Festigkeit und un-gebeugter Muth in den drangvollste» Augenblicken ihr« lebenskräftigeWurzel in unerschütterlichem Tottvertrauen halte. Diese nicht unerwarteteintretenden Glücksfälle (sie mußten auch hinzukommen) haben ihn hinaus-geführt aus den Wirrnissen, die immer drohender ihn umschlangen. Esist die Glaubens kraft, die ihn und sein Hans gerettet hat. Seiner Per-sönlichkeit ist es zu verdanken, daß von Erzherzogen zn Oesterreich kanngesprochen werden; daß nicht der letzte derselben, gleich dem letztenStuart, sein Leben als Cardinal-Dekan beschließen mußte." Wenn Fer-dinand das Verdienst zugeschrieben werden muß, aus freien Stücken den,wie die Folge zeigte, so segensreichen Entschluß zur kirchlichen Wieder-herstellung gefaßt zn haben, so kam ihm Hiebei das große Glück zuStatten, daß eine Reihe ganz ausgezeichneter Prälaten ihm zur Seitestanden, ohne deren Mitwirkung die Durchführung seiner Absichten ihmunmöglich gewesen wäre. Zur Charakteristik Ferdinands ist noch znbemerken, daß er leider ungeübt im Kriegswesen blieb, daher auch nie