Band 
Zehnter Band.
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zu ordnen und zu festigen, das in seinen tiefsten Wurzeln ange-griffcne landesherrliche Ansehen aufö Neue zu begründen. Trotzaller entgegenarbeitenden Ränke gelang es, Ferdinand, wennauch noch nicht zum römischen König wählen, doch als Nachfolgerin den Erblanden anerkennen zu lassen. Der Reihe nach huldig,ten ihm Oesterreich, Schlesien, Ungarn als destgnirtem Nachfolgerdes Matthias. Auch vom böhmischen Landtage ward er alsKönig gewählt und z» Prag gekrönt (1617), nachdem er zugc-sagt, sich bei Lebenszeit deS Kaisers nicht in die Regierung zumischen und sämmtliche LandcSfreihciten zu bestätigen *).

In dieser Zeit trug das Rcformations-Jubiläum mächtigbei, die religiösen Gegensätze aus die Spitze za treiben. Einfanatisches Ausschreibe» deS Hofprcdigcrs Hoc von Hoeneggzu DreSden, Calvinisten und Katholiken verdammend, brachte die

persönlich im Felde erschien, an keinem bedeutendern Gefechte Antheilnahm. Den glücklichen Ausgang seiner großen Kriegsunternehmungenverdankte er wohl dem Scharfsinn, mit dem er seine Feldherren zuwählen wußte. Im klebrigen besaß er großen persönlichen Muth undbewies in den schwierigen Lagen eine seltene Standhaftigkcit.

D. B.

*) Als Ferdinand in Prag ankam, legte er sogleich einen deutlichen Be-weis seiner unbeugsamen Festigkeit ab, da er die Bitte des kaiserliche»HosmarschallS um Ernennung seines Sohnes zum Kämmerer mit denWorten abwies: Keiner würde in seine Kammer aufgenommen, er seidenn katholischer Religion. In Ungarn herrschte damals eine sehr übleStimmung gegen das Habsburgische Haus. Daher ging denn auch einunerquicklicher Hader Ferdinands Wahl und Krönung voraus. Dieletztere wurde durch ein eindringliches Zeiche» vom Himmel beschleunigt.Die gleich darauf in Böhmen ausbrechende Rebellion hätte auf Ungarnsicher auf eine Ferdinand nachtheilige Weise zurückgewirkt: es erhob sichnämlich, da man immer noch über den Tag der Krönung stritt, aneinem Mittag ei» schweres Gewitter. „Der Wettcrstrahl fuhr in denSchloßthurm, unter welchem die Krone aufbewahrt lag, ser sprengte dieRiegel, ließ die Hüter unversehrt. Wollt ihr länger zaudern, hieß es,denjenigen anzuerkennen, für welchen mit dem Erbrechte Gott selbstspricht?" Hurt er, a. a. O. — Der eben genannte Historiker führt alsBeispiel unehrlicher Geschichtödarstellnng bei Gelegenheit der KrönungFerdinands an, daß berichtet wird, gleich nach Leistung des Eides seiFerdinand durch den Nuntius von dessen Haltung losgesprochen worden,während damals ein Nuntius sich gar nicht zu Prag befand.

D. B-