Band 
Zehnter Band.
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Daher wünschte er auch, daß der Herzog v. Bayern gleich beider Unterwerfung des Landes die katholische Religion wieder ein.führe, stellte dies jedoch dem Ermessen deS Bundesfreundes an.

Bestehenden schon die künftige Entwicklung voraussieht, und daher dasVeraltende, auch wenn es durch Gesetze gestützt wird, erkennt und be-seitigt und das mit Nothwendigkeit Bestehende anbahnt... Wie man da-mals politische Privilegien nur als Bewilligungen aus der freien Gnadedes Herrschers, etwa als Belohnung für erwiesene Treue oder für be-sonders tapfere oder bereitwillige Unterstützung ansah, deren der späterEntgegenhandelnde sich wieder verlustig machen kann, so erblickte Fer-dinand H auch in den kirchlichen Freiheiten, welche seine Vorfahreneinzelnen Provinzen ertheilt hatten, keineswegs naturnolhwendige, demfortschreitenden Jahrhunderte gemachte, unwiderrufliche Concessionen.War nun ein Land mit den Waffen wieder unterworfen, so hing es»ach dieser Theorie ganz von dem Herrscher ab, wie weit er früher ge-währt« Freiheiten beibehalten und beschränken wollte. Wir finden da-her den Kaiser verzeihend, wo er aufrichtige Neue wahrzunehmen glaubte,streng, wo er Trotz oder sogar heimlich fortgesetzten Widerstand sieht. —Nun bemerkt man bei dem Fortgange der Gegenreformation in den ver-schiedenen Ländern Oesterreichs eine zunehmende Härte bis zu den bit-tersten Maßregeln. Man könnte hier auf einen tiesangelegten Planschließen, die Widerstandskraft der Unterdrückten nach und nach zu brechen.Doch ist dieser nicht wahrscheinlich, auch wenn wir es aus Caraffa nichtgenauer wüßten. Immerdar sah sich der Kaiser von Fürsten, die ihnkurz zuvor durch Ergebenheitsschreiben zn täuschen versucht hatten, ver-rathen, den Krieg sich stets erneuern, seine östlichen Gränzen von denErbfeinden Bethlen Gabor und den Türken wiederholt bedroht. Es lagam Tage, daß alle diese geheimen Umtriebe und Plane sich auf die Un-zufriedenheit seiner eigenen, nicht katholischen Unterthanen gründeten, diewiederum von ihren Predigern durch erbitternde, wenigstens sehr unvor-sichtige Kanzelreden und Flugschriften in Aufregung erhalten wurden.Hier schien die damals sehr verbreitete Ansicht bestätigt, daß einem Cal-viniste», dem AnderSglaubenden gegenüber, auf Treue und Wort durch-aus nicht zu glauben sei. Und da nun überdies England, Frankreich,Holland, Dänemark und Schweden, im Vertrauen auf einen Zwist desReichs, fortfuhren, gegen desselben Erhaltung und Einheit zu conspi»riren — ist es nun dem Kaiser zu verargen, wenn er am Ende durchdie äußersten Maßregel», selbst durch erzwungene Auswanderung derUnkatholischen, seine Erbstaaten wenigstens, so sehr ihn deren Entvölke-rung schmerzte, sich zn sichern bestrebte?" Bensen, a. a. O. — „Solange sie (die Protestanten) den Grundsatz der Ausschließung mit denKatholiken theilten, konnte ihre Klage über Verfolgung sich immer nurdarauf beziehen, daß die einleuchtende, unzweifelhafte Wahrheit der neuenLehre von den Anhängern der alten böswillig verkannt werde. Diese