Band 
Zehnter Band.
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mit ihrem Anführer wetteiferten. — Außer diesen beiden Frei-beutern erhob sich auch ein Fürst besserer Art für den Pfälzer,Markgraf Georg Friedrich von Baden, einsichtsvoll und rit-terlich, nur der gute Feldherr nicht, für den er sich selbst zuhalten pflegte, weil er einige wunderliche Erfindungen im Kriegs.Wesen gemacht hatte. Während des Winkers von 1621/22 hatteer sich auf daS Beste gerüstet, und wußte dem Kaiser, obgleichdieser von Bauern gewarnt war, listig vorzuspiegeln, daß diesesnur zur Erhaltung des Landfriedens und für den kaiserlichenDienst geschehe. Auch die Herzoge Wilhelm und Bernhardvon Weimar, von denen der letztere (geb. 1604) später eineso hervorragende Rolle spielte, traten in seine Dienste. Daswaren nun die wichtigsten offenen Gegner deö Kaisers; denn dernorddeutsche Kongreß protestantischer Stände unter Christianvon Dänemark zu Scgcbcrg, nach der böhmischen Katastrophe,woran der Pfälzer selbst und schwedische, holländische, englische Ab.geordnete Theil nahmen, dann der darauf folgende niedersächsischeKreistag zu Lüneburg (April 1621) hakten kein positives Resultatergeben, weil inzwischen schon die Union in Folge ihres Vertragsmir Spiuola die Waffen niedergelegt hatte. Aber man glaubtedoch, gegen den Kaiser sich nur sicherstellen zu können, wenn manihm auch in Süddeutschland entgegentrete, „ohne irgend ein Gewichtdarauf zu legen, daß Ferdinand bisher nur Rechte, die ihm in dieHände gekommen waren, geltend gemacht, daß er überall Vertrags,mäßiges, nicht verwirktes Recht geachtet hatte"*). Jedenfallsbegann Christian von Braun schweig seine Werbungen un.mittelbar nach dem Lüncburgertage.

Pfälzischer Krieg.

Die Verlegung des KricgstheaterS nach Süddeurschland, woam Obcrrhein den Spaniern unter Gonsalvo von Cordovagegenüber — Spinola, der letzte der ausgezeichneter» spani.scheu Feldherren seit Karl V Tagen, war nach Flandern zurück,berufen worden — der pfälzische Oberst O b en traut nebst einemkleinen englischen Hülfskorps unter Horace de Vcre sich nurmit Mühe behauptete, geschah indeß zunächst, wie schon erwähnt,durch ManSfeld. Und während dieser aus der Pfalz sich insSpeier'sche und Elsässische zieht, wo sich für seine Naubzüge

) H. Lev, Universalgeschichte III.

D. B.