Band 
Zehnter Band.
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lcgenheiten zu bereiten und so den sonderbaren Beschluß derKreiSstände herbeiführte, angeblich um den Halberstädter unschäd-lich zu machen, ihn auf kurze Zeit in ihre Dienste zu nehmen:setzte jener Lüneburger durch, daß dabei die Bedingung gestelltwurde, Christian müsse sich aller Verbindung mit ManSfeldenthalten und dem Kaiser den gebührenden Gehorsam leisten, unddaß der Vertrag, der doch eigentlich gegen den Kaiser gerichtetsein sollte, demselben zur Bestätigung vorgelegt wurde. Begreif,lich ist, daß diese nicht vorenthalten blieb. Der Halberstädteraber wollte nun sich diesem Verhältnisse nicht fügen, verweigertedem KreiSobersteu, eben dem Herzog von Lüneburg, den Gehör-sam und begab sich scheinbar in den Dienst seines Bruders, deSHerzogS von Braunschweig-Wolfenbüttel. Jedenfalls war seinPlan nebst der dänischen Intrigue mißglückt, während er dieihm, dem Geächteten, nochmals angebotene kaiserliche Gnade zu-rückwieS. Jetzt wagten die KreiSstände nicht mehr, ihn zu begün.stigen und Herzog Georg setzte den Beschluß durch, daß er auf-gefordert wurde, sein Volk abzudanken oder vom Boden des Net-cheö wegzuführen; andernfalls sollte wider ihn mit dem heran-ziehenden ligistischen Feldherrn gemeinsame Sache gemacht werden.ES half Christian nichts, daß er seinem Bisthume entsagte,welches sofort an den Herzog von Lüneburg überging; er mußteabziehen. Nachdem in der Pfalz auch die letzte Feste F ri edr ichögefallen war (1623, März), erhielt Tilly freie Hand zum noth.wendig gewordenen norddeutschen Feldzug. Er nöthigte den Land.grasen Moriz v. Hessen, der sich glücklicherweise nicht encschlie.ßen konnte, mir dem Freibeuter gemeine Sache zu machen, seineRüstungen einzustellen, und erreichte die Weser, während Chri.ftian, den offenen Kampf vermeidend, sich mit ManSfeld zuvereinigen suchte. Tilly erreichte ihn (1623, 6 August) beiSladtlohn im Münsterlande und schlug ihn noch vollständiger alszu Höchst. Ei» großer Theil der Halberstädter fiel, der Rest wardgefangen oder zersprengt*). Christian entrann nach Holland

*) In dem Berichte, den Tilly über diese Schlacht seinem Gebieter, demKurfürsten von Bayern, erstattete (vergl. W esten rjeder, Beiträge VIII,154), kommen folgende Sätze vor : „Hätte man mir freie Hand gegebennnd Vollmacht ertheilt, den Feind auf's Aeußerste zn verfolgen, was ichjüngstens zu Regensburg gefordert, so würde ich bei dieser Gelegenheitmit Gottes Gnade eine solche Viktoria erlangt haben, daß das ganze