Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

und ging von da nach England. Die Besatzungen/ welche ce inden Hochstiftern zurückgelassen, wurden nach und nach überwäl-tigt. Tilly wandte sich nach der Schlacht bei Stadtlohn nachOstfrieöland gegen den letzten Feind deö Kaisers, der noch daSFeld hielt. Allein da die Holländer dem Manöfeld die ihnengar wohlgelegene Hafenstadt EmdcN vertheidigen halfen und dieserdaS Land unter Wasser setzte, bezog daS ligisttsche Heer Winter,quartiere in Westphalen und Hessen. Während des Winters er.zwang aber der Hunger die Auflösung deö ManSfeld'schen HeereS,daS sich in dem furchtbar auögesogenen Lande nicht mehr haltenkonnte. Doch forderte ManSfeld als Preis des AbzugS vonden Friesen eine große Summe, welche, wir er wohl wußte, sienicht ausbringen konnten, die ihnen aber die Holländer gegenVersatz einer Reihe ostfricsischer Orte vorstreckten. ES war einabgekartetes Spiel zwischenManSfeld und seinen holländischenBrodherren. Nachdem er so zum Abschiede eine deutsche Provinzden Feinden deS Kaisers überliefert, begab sich Manöfeld nachdem Haag, wo er mit Friedrich, mit Bernhard von Wei.

römische Reich wieder zum Frieden gebracht und in den alten Standhergestellt worden wäre: auch jetzt noch hoffe ich Alles zu erlangen,wenn man mir nur die Hand frei und eingesperrt läßt, während im ent-gegengesetzten Falle noch Jahre über der Unruhe hingehen werden, weil»tau jenen Leuten doch nie trauen kann. Sollte es aber unmöglichsein, mir die gewünschte Vollmacht zu ertheilen, so bitte ich, daß manmich meines Kriegsamtes in Gnaden entlasse und mir erlaube, nach Hofzu gehen." Diese hochwichtige Urkunde läßt kaum eine andere Deutungzu, als daß das Bundeshaupt der Liga jetzt, wie früher iu der Ober-pfalz, eine völlige Vernichtnug des bewaffneten Feindes nicht zuließ.Christian spielte in diesem Feldzuge den Ritter der Pfalzgräfin undNamens-Königin Elisabeth. Er trug ihren Handschuh am Helme undließ in sein Hauptbanner die Worte sticken: Baut paur vier, et pouo Lite.Dieses Hauptbanner fiel nebst 67 kleineren Feldzeichen bei Stadtlohnin die Hände der Sieger und erregte ihren Abscheu. Ein gedruckterbayerischer Bericht sagt darüber: „Auf dem von uns eroberten Haupr-banner steht der Wahlspruch: tont pour Dien ot pour LI1e. Hierausersteht man, wen diese Armada nebst Gott angebetet, und von wem dieHalberstädter Sieg erwartet, ja daß diese Menschen, denen die gebene-deite Jungfrau Maria ein Dorn im Auge ist und die derselbe» Namenund Bildniß in keiner Fahne, keiner Kirche, keinem Zimmer leidenmögen, ihr einen sterblichen Madensack vorziehen und Gott dem All-mächtigen gleichsetzen." D. B.

6 *