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Kaiser auf, zum Schutze der gemeinschaftlichen Sache ein eige-neS Heer aufzustellen. Dieser, zugleich von Ungarn her bedroht/vermochte mit zerrütteten Finanzen, seines Hauses Erbthcil, des.halb unzulänglicher HeereSmachr, dem Ansinnen nicht zu enr.sprechen; da ward ihm ein Anerbieten gemacht, daS ihn allerSchwierigkeiten mit Einemmale überhob. Albrecht vonWald.stein (Wallenstein) erbot sich nämlich, ein zahlreiches Heerzunächst aus eigenen Mitteln aufzubringen, wenn er den unbc.dingten Oberbefehl und unbeschränkte Werbefreiheit erhalte.Solches fand zwar die Umgebung deS Kaisers für sehr bedenklich,allein die Genehmigung wurde durch die Noch erzwungen.
Wallenßein.
Wenn Ferdinand bisher überall streng auf daS hielt, waöRecht geworden, und mit seinen Gegnern im Reiche außerhalbseiner Erbstaaten so mild verfahren war, daß er in der Thatbeinahe die kaiserliche Pflicht verabsäumte, die ihn aufrufenmußte, daS Reich gegen solche ausgelassene Wütheriche undRaubhclden, wie Mansfeld, Christian und ihre Schaarenzu schützen, so änderte er nun allerdings seine Politik wesentlich,als er sah, daß nur daö entschiedenste Auftreten Deutschland so.wohl von dieser soldatischen Pestilenz als davon befreien könne,daß auSivärtige Mächte mit deutschen Verhältnissen ihr losesSpiel trieben. In seiner Eigenschaft als ordnendes Haupt deöReiches durch die immer wilderen Unordnungen verhöhnt, bc.schloß er nun kräftigere Maßregeln und die Aufstellung einereigenen Armee. Allein unmöglich konnte er diese Armee seinenohnehin durch den vorangegangenen Krieg hart mitgenommenenböhmisch-österreichischen Landen auslasten; noch weniger damitseine kärntnisch-fteiermärkischcn Unterthanen bedrücken, die schonfrüher genug für ihn zu tragen gehabt hatten. Er bediente sichalso zur Aufstellung einer Armee derselben Mittel, deren sich seineGegner bedienten, und fand in Albrecht von Wald steineinen Mann, der an Unternehmungsgeist, Charakter und Feld.
wenden. Die dänischen Rcichsstände fürchten sein Streben nach unum-schränkter Gewalt und lassen ihn nicht gerne Heere aufstellen. Christian IVhat Neigung zum Kriege »nd glaubt ein guter Feldherr zu sein, ist esaber in der That nicht, und wird des Kriegführens wie alles Andernbald überdrüssig, überhaupt bringt er nichts zu Ende. D. B.