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alles kaiserliche Volk"; dieses Volk war zwar noch nicht beisam,men, „doch durfte Ferdinand / die bisherigen Erfahrungen be.rücksichtigend/ der Hingebung, der Gewandtheit des Ernanntenvertrauen, er werde die Mittel auffinden, um mit einer der hohenStellung würdigen Macht inS Feld zu rücken"*). Wirklich er-bot er sich, ein Heer von 50,000 Mann zusammenzubringen unddauernd zu erhalten, und da die kaiserlichen Räthe dieses Er-bieten abenteuerlich fanden, da man nicht 20,000 Mann zusam-menbringen könne, versetzte Wallen stein: Mit blos 20,000 M.könnten allerdings die Länder nicht in Contribution gesetzt wer-den, wohl aber mit 50,000. Vorerst sollte er indeß erst jene20,000 Mann werben.
Die Kriegsheere dieser Zeit waren meist in großartigemMaßstab organisirte Räuberhorden. Die Sache, für welche zukämpfen war, übte in der Regel auf die Geworbenen keinen Ein«fluß; das Waffenwerk selbst galt nur als unvermeidliche Beigabe,als nicht auszuweichendes Mittel, das Erbeuten und Zusammen-raffen als letzter und einziger Zweck. Wo Patente ausgetheiltwurden, fanden sich die Obersten, wo die Werbtrommel erschallte,die Knechte ein, deren stets viele auf „Arbeit" warteten. Aberdiese sogenannten Schnapphähne, herrenloses, arbeitsscheues,beutegieriges Gcsindel aller Länder und aller Zungen, legte sichin der Nähe eines Kriegsschauplatzes in Menge auf die Lauer,um zu erspähen, auf welcher Seite der Dienst für den Augen-blick lockender, weil gewinureicher sei. Schlug dieses fehl, konntedie Erwartung nicht alsbald befriedigt werden, so versagten sievielleicht in dem verhängnißvollsten Augenblick den Dienst odersie traten von den Fahnen, zu denen sie geschworen, leichtfertigunter diejenigen deS naheliegenden Feindes. Stob unter feind-
Folge beinahe einen Bruch der Bundesfnrsten mit dem Kaiser veranlaßthätte, durch lauge Zeit den bittersten Klagen sowohl der katholischen alsder uukatholischen Reichsstände begründeten Stoff bot, zuletzt den Kaiseraus die Wahl trieb, entweder die Entlassung seines Feldherrn zuzuge-stehen oder die Streitmacht des ganzen Reiches zumal jener treuenGlieder, die durch zwölf Zahre die Last des Krieges vorzugsweise ge-tragen, wider sich gerichtet zu sehen! Was in der Folge bei so manchenRegimenter» seines Heeres vorging, das erlaubten sich jetzt schon ein-zelne Obersten und wahrscheinlich in Böhmen." Hurter, Zur Ge-schichte Wallensteins, Schaffhausen, 1855. D. B-
*) Hurter, Zur Geschichte Wallensteins. D. B.