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lichem Zusammentreffen ein Kriegshaufe auseinander, so reihteer nicht selten, freiwillig oder gezwungen, denjenigen sich ein,denen er soeben noch entgegengestanden. Dies war bei Offizierenwie Soldaten der Fall. Unter diesen, nicht blos in Deutschland,sondern auch über dessen Gränzen hinaus verbreiteten Gewohn-heiten fiel eS Walle nstein, selbst ohne Geldmittel dafür ein-setzen zu müssen, nicht schwer, in kurzer Zeit ein Heer zusammen-zubringen, welches bereits für den Umfang BöhmenS zu großwar, so daß neben dem Hauptsammclplatz Eger andere Sammcl-platze in den fränkischen und selbst in den schwäbischen Kreisverlegt wurden. Die bedenklichen Folgen dieses Verfahrens er-kannte sofort der bejahrte Kurfürst von Mainz, der um dasKaiserhaus hochverdiente Johann Schweikard von Kron-berg, welcher dem Kaiser schrieb: „daß er bei den eilendenKriegsbereitschaften an andern Orten in mehrere Gegenverfassungsich stelle, verdiene den wärmsten Dank. Er wolle aber die Mu-fierplätze in die Reichsstädte deö fränkischen Kreises verlegen.Da müßte, dcS geringen Gebietes dieser Städte wegen, daö Volkden katholischen Ständen dcS Kreises unvermeidlich, allen Ver-trägen und Zusicherungen zuwider, auf den HalS kommen; dürf.ten die neutralen Stände zu andern höchst schädlichen Entschlief-sungen, selbst zur Verbindung mit den Feinden getrieben werden.Er bitte S. M., den Reichsboden mir Musterplätzen möglichst zuverschonen"*). AlS sich indeß daS kaiserliche Heer, bei welchemWallenstein den Unkarholischen vor den Katholischen bei derVergebung der Führerstellen sogar einen Vorzug**) eingeräumt
s) Hurt er. a. a. O.
62 ) Auch hierin bezeichnet Wallensteius Auftreten einen Wendepunkt in de»Geschichte des Krieges. „Vor des Friedländers Erhebung", fugt Kle»venhiller, „hieß man unsere Leute Spanier, jetzt aber nennt mauuns Kaiserliche". Auch Wallenstein arbeitete, wie Gfrörer bemerktfür die Wiederherstellung der römischen Kirche in Deutschland, aber dieReligionsfrage war seit seiner Feldhauptmauuschaft nicht mehr ersterZweck des Kampfes, sondern sie trat in die zweite Linie zurück. „Uir-verkennbar hegte der Herzog von Friedland die Ansicht, daß es ein Mit-tel gebe, den traurigen Kirchenstreit ohne Zuthun der Theologen aufpolitischem Wege auszusöhnen. Er rechnete : wenn man das Uebermaßder Aristokratie, welches Germanien ins Unglück gestürzt und die Re-formation zur Geisel gemacht hat, bändige, wenn man dann unter demBanner der apostolischen Kirche dem deutschen Volke seine Einheit zu-