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Ländern Europa'S zu Einem Reiche sich gestaltet hätte. Wallen,ftein hatte solche Gedanken gehegt/ und wenn es auch seineFeinde waren, die von ihm berichteten, daß er sich habe verlau-ten lassen: „Man bedürfe keiner Kurfürsten und Fürsten; manmüsse ihnen das Gasthütcl abziehen, und wie in Frankreich undSpanien ein König allein, also sollte auch in Deutschland einKaiser allein sein," — so war dies jedenfalls der Ausdruck einerMeinung, die sich aus der damaligen Lage der Dinge für einenMann seiner Stellung und DenkungSart von selber hervorthat.Zur Verwirklichung derselben würde eS auch keineswegs erforderelich gewesen sein, auffallende Gewaltthaten zu verüben, etwa dieKur- und Reichöfürsten ohne Weiteres abzusetzen und ihre Län-der zum Eigenthum des Kaisers zu erklären. — Immerhin hät-ten alle diese Fürsten im Besitz ihrer Länder und der von demHohcnstaufischen Friedrich 44 ihnen verliehenen Territorial-rechte verbleiben können, wie darin ja auch in Schlesien, obwohldasselbe ein Erbland des Kaisers war, die Fürsten von Liegnitz,Brieg und OelS verblieben; immerhin hätten die deutschen Reichs,stände auf den vom Kaiser berufenen Versammlungen über allge-meine Reichsangelcgenheiten berathschlagen und dem Reichsober-haupte die beantragten Steuern für die Bedürfnisse des ReichSim Kriege und Frieden bewilligen mögen, wie auch von den Erb.ländischen Ständen auf ihren Landtagen geschah; wenn nur dieStaatsgewalt sich diejenigen Rechte, Befugnisse und Machtmittelwieder verschafft hätte, welche allein die Uebereinstimmung dereinzelnen Theile zu einem Ganzen, den Verein der verschiedenenNeichSterritorien zu einer Scaacsgesammtheit bewirken und daSgemeinschaftliche politische Leben der Ration von der Vereinze-lung und Zerfallung, in die es im Laufe der letzten Jahrhundertegerathen war, zurückführen konnten. Die Franzosen und dieBriten sind auf dieser Bahn zur nationalen Mündigkeit undGröße emporgestiegen; die Deutschen hingegen mußten beinahezwei Jahrhunderte hindurch zurückstehen, kamen in die schmäh,lichste Abhängigkeit von fremden Völkern, wurden auf das Aergstegemißhandelt, und endlich, nach gänzlicher Auflösung ihrer SraatS.gesammtheit, in Gefahr gesetzt, unter dem Joche eines auöwär-tigen Eroberers ihr nationales Dasein zu verlieren. Dieses Ver-hängniß des deutschen Volkes ist in den Zeiten der Noth schmerzlichempfunden worden; aber die durch den Kirchenstreit herbeigeführteTrennung der Gemüther hat nicht nur der Wiederherstellung und