Band 
Zehnter Band.
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Wiederbefefiigung deS nationalen Gemeinlebcnö und Fühlenöimmer entgegengewirkt/ sondern sie hat auch — und wer kannsagen mit Unrecht — dem wortführendcn Theile der Nation dieUeberzeugung geläufig gemacht/ daß der Schicksalsmoment/ inwelchem es der Kaiser Ferdinand H verfehlte/ durch Erwei-terung und Begründung einer wirklichen Staatsgewalt dem na-tionalen Gesammtwesen Haltung und Zusammenhang zu gebe«/kein unglücklicher/ sondern ein glücklicher für die Nation ge-Wesen ist"*).

Daß Entwürfe einer neuen politischen Ordnung auch schonvor der Zeit/ wo Wallenstein auf dem Gipfel seiner Machtstand, gemacht/ daß diese Entwürfe auch auf eine Stärkung desdemokratischen Elementes in den Reichsstädten/ deren reiches undübermüthiges Patriziat fast durchweg auf der Seite der anti.kaiserlichen Partei stand, gerichtet waren, dafür sind mancherleiAnzeigen aufzufinden; und auch der bei den Hansestädten unter,nominelle Versuch gehört ebensowohl hieher, wie die in Hessenergriffene Maßregel, wodurch der niedere Adel, die Ritterschaft,von den Fürsten losgerissen und unmittelbar dem Kaiser und Reicheunterstellt werden sollte. Mit Wallenstcins Erhebung trittallerdings ein auf Beendigung deutscher Zerrissenheit und Viel-herrschaft gerichteter Plan entschiedener hervor. Derselbe bckun.dete sich in der Verleihung Meklenburgö an den Feldherrn gegendas Gutachten der besonnenen und unbcstochenen kaiserlichenRäthe; die Herzoge waren Allerdings nicht ganz schuldlos, aberdoch nicht in dem Maße schuldiger alS andere Rcichöfürstcn, daßeine so strenge Strafe gerechtfertigt erscheinen könnte. Der Mek.lenburgische Geschichtschreiber Frank sagt zwar nicht unrichtigvon Wallenstein: „Damit sprang ein Brunn auf, darin seinGlück sich endlich ersäufte; denn sowie er Recht zu diesem Landehatte, so hatte er auch Segen damit"; aber vorab mußte dochdiese unerhörte Belehnung die Besorgnisse in Deutschland, dieMißstimmung der ReichSstände vermehren, trat vor dem Gefühlgemeinsamer Gefahr und der Sorge um Aufrechthaltung derReichSverfassung die konfessionelle Verschiedenheit in den Hinter-grund, so daß gerade die katholischen Kurfürsten sich zuerst undam entschiedensten dagegen auSsprachcn, und weitere VersucheWallenstein 6, auch anderen Fürsten ein ähnliches LooS wie

) K. A. Menzel, a. a. O.