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rechtliche Okkupation geistlicher Güter fast überall an dem Tagliege, so sollten kaiserliche Commissarien das Reich bereisen, diebereits abgerissenen Güter zurückfordern und dem bedrängten Theildurch thätliche Exekution beistehen; wer der Zurückgabe sich wei.gere, verfalle ohne Weiteres in Acht und Aberacht, und solle ohneVerzug zur Vollstreckung des Urtheils geschritten werden. End.lieh wurde erklärt, daß alle Wohlthaten deö Religionsfriedensund der spätern Reichstagsabschiede nur den Verwandten derAugSburger Consession zu Gute kämen, nicht aber andern Sekten.DaS Edikt sollte dem AugSburger Religionöfrieden gemäß diekatholische Kirche auch in Norddeutschland neu befestigen. Daßdieser RcligionSfriede ihm für unverbrüchlich galt, hatte Ferdi.nand von Anfang an durch die That bewährt. Er hatte in sei.nen Erblanden gemäß dem sogenannten Reformationörechte derLandesfürsten die katholische Kirche wieder hergestellt. Weiterwar er nicht gegangen. Selbst in seinem Lande Schlesien er.kannte er an, daß den Erbfürsten von Liegnitz, Brieg und OelSin ihren Herrschaften Las Reformationsrecht zukomme. DerProtestantismus ward auch nicht in der Stadt BreSlau gefährdet,daS Recht deS Stadtrathes nicht angelastet. Um so weniger fieles dem Kaiser ein, den eigentlichen ReichSfürsten in diesem Rechtezu nahe zu treten. Keiner seiner Heerführer hat auf seinen Zü.gen bis an die Ufer der Nordsee versucht, irgendwo mit Gewaltdie katholische Religion wieder aufzurichten. Aber der AugSbur-ger RcligionSfriede enthielt noch andere Bestimmungen, als dasNeformacionsrecht der Fürsten, vor Allem den geistlichen Voröe.halt, von dessen Mißbrauch und bedenklichen Folgen schon oben(Seite 7 u. f.) die Rede war. Der Kaiser hatte längst erwogen,daß auch in dieser Beziehung der Buchstabe deS ReligtonöfriedenSfür die katholische Kirche günstiger sei, als der thatsächliche Be-stand. ES fragte sich für ihn und die Jesuiten*), wie man eS
') „Er (der Kaiser) zweifelte nicht an dem Rechte, sondern an der Mög-lichkeit der Ausführung des Restitutions-Ediktes. Allein der Eifer derJesuiten, vor allem des Beichtvaters Lamormain, das günstige Gut-achten der vier katholischen Kurfürsten, das unermüdliche Anhalten jenespäpstlichen Nuntius (Caraffa), der ja selbst berichtet, es habe ihm mo-natlangc Arbeit gekostet, um dnrchzudringen. beseitigte am Ende alleBeden kjichkeiten. — Es war aber hieniit noch ein weiterer Plan ver-knüpft : mau gab der Hoffnung Raum, die lutherischen Fürsten in