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sehr weit verschieden ist, die katholischen Heerführer, namentlichLilly, wie schon erwähnt, bereits gehandelt. Aber eine durch,greifende Maßregel ward erst durch das Restitutions-Edikt ge.wagt, welches übrigens keineswegs den Protestantismus gefähr.bete, sondern von denjenigen Reichöfürsten, welche nach 1552Kirchengüter genommen, eben nur nach dem Buchstaben des Re-ligionSfriedenS deren Zurückgabe forderte; und die lutherischenReichSstände halten zur Besorgniß für die Religion ihrer Erb.länder keinen Grund, denn dasselbe Reichögesetz, auf welches derKaiser seine Forderung baute, war für sie die Grundvcste deSProtestantismus. Nichts desto weniger war Ferdinands Un-ternehmen, wie gesagt, ein politischer Fehlgriff. Die norddeut-
Gut und somit an Einfluß, wird vom „'vlnentriim enropwum* an vonfast allen protestantischen Schriftstellern behauptet: bewiesen ist dies durchnichts und ist der Vorwurs überhaupt ein ungerechter. Die Jesuitendes 17. Jahrhunderts wie ihre Vorgänger wußten, daß es zur Unter,nehmung und glücklichen Erreichung großer Dinge auch großer HülfS--quellen bedarf. Eine große Idee nahm sie ein; einen dem Christenthumnützlichen Zweck hatten sie sich vorgesetzt; sie lebten und starben znr Be-kämpfung der Häresie, zur Unterwerfung der Geister unter das vo»ihnen zum Heile der Menschen für unumgänglich nothwendig gehalteneJoch. Dieser große Zweck konnte aber nur mit verhältnißmäßig großenMitteln erreicht werden. Indem ihnen ein Theil der der Kirche früherentzogenen Güter zufallen sollte, bereicherten sie sich nicht im indivi-duellen und materiellen Sinne, weil der Ordensmapn nicht besitzenkann; sondern gaben sie ihrem Institute eine neue Kraft, die nun zum HeileAnderer und zu den edelsten Zwecken wieder verwendet werden sollte.Wie ferner überhaupt jedwede Körperschaft aus einem andern Gesichts-punkte als der Einzelne betrachtet werden muß, und jede Gesellschaft,jede Gemeinschaft, also auch die der Jesuiten, ihrer Natur »ach undselbst als Eristenzbcdingniß streben muß, immer weiter Platz zu greifenund ihren Einfluß zu vermehren: so muß dieser psychologische Maßstabauch an die Wirksamkeit der Jesuiten in Deutschland zur Zeit desdreißigjährigen Krieges gelegt werden. Ebenso wenig dürfen wir ver-gessen, daß wir die Späteren sind und die vergangenen Ereignisse inihrer Ueberschaulichkeit jetzt ganz anders ansehen, als wenn wir mittenin der Bewegung ständen : weder Ferdinand noch sein Beichtvater, wederMaximilian von Bayern noch die Jesuiten konnten wissen, daß jeneMaßregel den Krieg um 19 Jahre verlängern, noch unsägliches Elendüber Deutschland bringen würde. — Zu vergl. Brühl, Geschichte derGesellschaft Jesu. Würzburg 18SS, Kap. 13.
D.B.