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Zehnter Band.
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scher, Fürstenhäuser waren seit langen Jahren in ungestörtem Be.sitze der einstigen Kirchengüter. Sie hatten dieselben ohne allenZweifel gegen den Wortlaut des Rcichsgesetzeö an steh gerissen;aber sie waren doch nun einmal im Besitze. Daß dieser) streiriggemacht werden konnte, war fast schon vergessen. Nun trat nichtblos dieser Gedanke wieder hervor, sondern zugleich mit demselbendrohte unmittelbar auch die Ausführung. Das erschien als einUnrecht. Ferdinand trat zugleich als Kläger, Richter undVollstrecker in einer Sache auf, bei welcher, wie es den Anscheingewann, nicht blos um Wiedereinsetzung der Bischöfe, sondernzugleich auch um die Wiederbegründung ihrer wellfürstlichenMacht es sich handelte, was gegen die Strömung der Zeit war.Es übersteigt aber menschliche Macht, das Rad der Zeit rück.wärtS zu drehen.

Wie sehr daS ReftitutionS Edikt ein politischer Fehler war,ergibt sich sowohl auS dem unheilvollen Erfolg, mit welchem dieFeinde Deutschlands, namentlich Frankreich und Schweden, sichseiner bedienten, als aus dem merkwürdigen Umstände, daß dieseMaßregel auch diejenigen nicht befriedigte, welche bisher mit demKaiser gegangen waren, daß dieselben sich dann gegen ihn wen.deren. Daß Ferdinand erst nach langem Zaudern das Edikterließ, ist sehr begreiflich, denn er beraubte sich hiedurch mitEinem Schlage aller bisher errungenen Vortheile. ES sind darumdie Worte, womit Kheven Hitler*) seine Geschichte deö Jahrcö1629 beginnt, von einem traurigen Interesse: „AIS Kaiser Fer.dinand 11 im 5l. Jahr seines Alters an Macht und Gewaltaller Orten sehr zugenommen, ist auch der Neid gegen ihn sohoch gestiegen, daß sich leider selbst Katholische, ja sogar ein Kar.dtnal gefunden, der ein Gutachten ausstellte, wie man die öster.reichische Macht nicht allein verringern, sondern mit Stiel undWurzel ausrotten könne. Die Erfahrung lehrt (sagte der Kar.dinal), daß das HauS Oesterreich ein Thier mit vielen Köpfenist; wenn man schon den einen und andern verletzt oder gar ab.haut, so werden die übrigen um so lebhafter, und ruhen nichteher, biS sie den verletzten Theil wieder geheilt und hergestellthaben; daher ist bisher immer der Verletzer selbst am schlechtestenweggekommen. Es steht deshalb zu besorgen, baß dieses HauS,wenn man nicht die Weise des Angriffs ändert, desto mehr um

') ^on»les k'eräiiiLriäe',, Leipzig 178l—Z6, XI, 487 fs.