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Gustav Adolf übernahm die Unterhaltung von 26,000 Mannwahrend des KricgcS für die armselige jährliche Summe von240,000 Thalern, gelobte an allen eroberten Orten die freie Aus.Übung des katholischen Glaubensbekenntnisses, gutes Einverftänd.niß mit dem Kurfürsten von Bayern und der Liga, oder wenig.stenS eine Neutralität im Erwiderungsfall; kein Theil durfteohne Rath und Einstimmung deö andern einen Vertrag mir demGegner schließen. Die Grundzüge dieser Politik, welche zwarFrankreich zur Herrschaft deS zerrissenen Deutschlands führte,aber deS Prinzips einer christlichen, versöhnenden, auf das allge.meine Wohl der europäischen Staatengesellschaft gerichtetenWeisheit entbehrte, zumal ungroßmürhig und undankbar war,da weder Ferdinand H noch seine Vorgänger die furchtbarenZerwürfnisse Frankreichs während seines dreißigjährigen kirchlich,politischen KriegeS irgendwie benutzt hatten, entwickelte Tremblayoder Pater Joseph im Rathe deS Königs (1631, 13. Januar)mit siegendem Scharfsinn*): „Um von der gegenwärtigen Lageder Dinge in Deutschland Vortheile für Frankreich zu erndten,
Europa's zur Wahrheit werden zu sehen. Dem Deutschen will einsolcher Ruhm und Preis des sremden Königs nicht geziemen. Derdeutsche Lutheraner mag immerhin, wenn er es nun einmal so will, sichfreuen im Besitze seines Lutherthums, an der Lehre von seiner völligenVerdorbenheit zu allem Guten und der Rechtfertigung allein durch denGlauben, an der landesherrlichen Kirchengewalt und Allem, was damitzusammenhängt. Genau genommen dürfen diese Freude allerdings nurdie Bewohner der ehemaligen vierzehn Bisthümer hegen, die Ferdinanddurch das Restitutions-Edikt zurückforderte; denn das Lntherthum derSachsen, der Pommern, der Wnrtemberger hat Kaiser Ferdinand II.nie bedroht. Aber mögen Diejenigen, welche sich freuen, in diesemihrem ultramarinen Jubel nicht vergessen, durch welche Opfer ausKosten der ganzen Nation diese Freude errungen ist! Mögen sie nichtvergessen, daß das deutsche Land noch unter Karl V. an Wohlstand, anGesittung, an Bildung jeglicher Art die erste aller Nationen war, daßes am Schlüsse des dreißigjährigen Krieges dalag wie eine trümmer-besäete Wüste, hier und da bewohnt von einem sittlich und leiblich ver-kommenen Geschlechte! Möge man nicht vergessen, daß Gustav Adolf,der Schwedenkönig, nicht gedrängt durch eine Noch, sondern aus eigenerfreier Wahl im Solde des Kardinals Richelieu, einer der thätigstenMitarbeiter an diesem Werke war !" D. B.
F. W. BeriholL, Geschichte des großen deutschen Krieges vom TodeGustav Adolfs ab, mit besonderer Rücksicht auf Frankreich. Stuttgart1842. Einleitung.