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Kaiser (1630/ 18. August) so wie die Kurfürsten das schwedischeManifest mit einfach und ruhig gehaltenen Abmahnungsschreibenerwiderten und der König in seiner Antwort Forderungen stellte/wie ein Sieger dem Besiegten. Der Krieg konnte dadurch nichtmehr aufgehalten oder unterbrochen werden; und der alte kinder-lose Herzog von Pommern war um so leichter zu bewältige»/alS dem/ obgleich längst vorhergesehenen schwedischen Einfall ganzungenügende Streukräfre entgegengestellt waren* *).
Die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen und sogardie entsetzten Herzoge von Meklenburg, zu deren Wiederherstellungdoch angeblich der Schwede gekommen/ waren anfänglich garnicht geneigt, sich demselben anzuschließen. Ihre Ängstlichkeitverminderte sich jedoch in dem Maße/ alS die Erfolge des Königszunahmen. Zumal da man in Wien zögerte, zu raschem Handeln,das jetzt allein entschieden hätte, sich nicht entschließen konnte,bis Gustav Adolf vor Berlin stand und, wie hier schon, ob-gleich der Zeit vorauseilend, berichtet sei, den Schwager, denKurfürsten von Brandenburg, zu einem Vertrage zwang, welchemdann auch der Kurfürst von Sachsen beilreten mußte. Diesemallerdings hatte der Kaiser, indem er seine und Brandenburgsgute Dienste gegen den NeichSfeind in Anspruch nahm, die Wi-derrufung des Restitutions.Edikts, welches freilich seinem Hausedas reiche Erzstift Magdeburg entzog, abgeschlagen, aber er konnte
seien. Man möge daher nicht anf die Ursachen des deutschen Kriegeszurückgehen." — So hat denn auch Friedrich II. von Preußen überdie vorgeblichen Gründe Gustav Adolfs zum deutschen Kriege geurtheilt:sein Manifest sei ein Meisterstück königlicher Sophisterei; die ForderungOrenstjern's auf dem Konvent zu Frankfurt, „Pommern an Schwedenabzutreten", sei der wahrhafte Kommentar desselben. lklemoires poiirservir ü I'Iristvire 6s Lrunüebourx. Lerlin 1767. D. B.
*) Ein Zeitgenosse, der lateinische I'erävsIIianis Mars, bei Mnrr, Bei-träge, sagt: Wallenstein sei zuletzt mit dem Könige von Schweden ingeheimes Einverständniß getreten und habe deswegen die Inseln undKüsten, durch ungenügende Besatzungen verwahrt, dem Hereinbrechendenpreisgegeben, fich selbst, ferne von dem Meere, nach Schwaben an denSaum der Alpen gezogen. Indessen sind doch die Anhaltspunkte fürdie Annahme eines damals schon intendirten Verraths Wallenstein'snicht gewichtig genug. Auch was die neue Schrift des vr. Dndik(W. von seiner Enthebung bis zur abermaligen Uebernahme des Armee-oberkommando's rc., Wien 1855) in dieser Hinsicht beibringt, liefertkeine genügende Grundlage für eine so schwere Anklage. D. B.