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wollte. So benutzte er Magdeburg als eine Art Popanz *). In-zwischen hatte die schwedische Partei in der Stadt die Aufgabe,alle Unterhandlungen zu vereiteln, welche Tilly mit Milde underklärlicher Hast wegen der Uebcrgabe anknüpfte, denn Mägde-bürg bot ihm noch den einzigen verlässigen Haltpunkt in Nord-deutschland. Die bessern Bürger wären zum Nachgeben bereitgewesen, allein sie wurden von der demagogisch-schwedischenPartei, den sogenannten Dingebankbrüdern, rerrorisirt.
Schon seit langer Zeit gährte eS in Magdeburg, und schieneS, alü warte man nur auf eine Gelegenheit, um offen gegen denKaiser aufzutreten. Diese fand sich auch bald, kaiserliche Sol-daten wurden überfallen,- Proviantschiffe und Kriegskassen ge-plündert; der Magdeburger Rath zeigte sich zu schwach, denFrevel wie zu verhindern, so zu bestrafen; und da derselbe auchandere Gewaltthaten geschehen ließ, erschien Wallenstcin vorder Stadt. Dieselbe entging zwar, wie schon früher erwähntworden, diesmal noch der Bestrafung, aber die demagogischePartei in derselben ward in Folge des vergeblichen Wallen-stei n'schcn Unternehmens noch übermüthiger. Der als zu kaiser-lich verschrieene Rath und mit ihm die alte Verfassung wurdengestürzt und die demokratische Partei, für welche sich die evan-gelischen Prediger eifrig hervorthaten, ergriff das Ruder, welcheUmwälzung freilich dadurch erleichtert wurde, daß einzelne Wal-lenstcin'sche Truppenführer in der Nähe sich Bedrückungen undErpressungen erlaubten. DaS neue Regiment brauchte darumum so weniger zu scheuen, sich dem neu aufgehenden Stern ausSchweden zuzuwenden. Der abgefetzte Administrator ChristianWilhelm von Brandenburg, an dessen Stelle ein Sohn desKurfürsten von Sachsen gewählt worden, während in Folge desRestitUtionS-EdiktS Erzherzog Leopold von Oesterreich daS BiS-
„Auf ähnliche Weise benutzte er späterhin das „zerstörte Magdeburg",denn so oft er dann durch die Thore einer großen, gut katholischendeutschen Stadt, die sich ohne Widerstand ergeben hatte (Würzbnrg,München) einzog, so ließ er gewöhnlich seine Milde glänzen, daß ersolche Stadt nicht aus Rache für Magdeburg zerstöre; für Magdeburg,dem er selbst zur Zeit seiner bittersten Noth nicht zu Hülse gekommenwar. Jedoch fehlte es niemals an Gläubigen, die durch solche Groß-muth des Königs sehr erbaut waren, wie man sie auch jetzt noch inmanchen Geschichtserzählungen bewundert." Bensen, das VerhängnißMagdeburgs.