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Zehnter Band.
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bürg gut unterrichtet, erst den Erfolg seiner letzten Unterhand.lungen abwarten wollte. Und ein kluger Feldherr wird gewißnicht eine Stadt von so großer strategischer Wichtigkeit demVerderben, wie es ein Sturm in der Kriegsweise jener Zeit mitsich führte, unbedenklich aussetzen, wenn er sie auf irgend eineandere Weise erlangen kann. Indeß beschloß doch der Kriegs-rath für den nächsten Morgen den Sturm.

Falkenberg war aber entschlossen, Magdeburg nicht un-verkehrt in die Hände der Kaiserlichen fallen zu lassen, und haltezu dem Zweck ein Flalterminennetz in den Straßen anlegen lassen,daS im kritischen Augenblick angezündet werden sollte, was auchwenigstens rheilweise geschah. Neben jenen eigentlichen Flatter-minen lagen aber auch in Wohnungen der wilden Parteigenossenkleinere oder größere Pulvervorrätbe, geborgen in Kellern, Ge-wölben und andern Verstecken, welche rheilweise mit den Minen-leitungen in Verbindung standen, was eine gleichzeitige Entzün-dung möglich machte. Indeß mochte bei der Erstürmung dieMincnleitung noch nicht vollständig hergestellt sein, oder Falten-de rg, der gleich beim Anfang der Erstürmung fiel, kannte alleindie Stelle, wo sie zusammenlief.

Tilly hatte den größer» Theil der Nacht im Gebete zu-gebracht. Nur eine Stunde gewährte er der Ruhe. Bei Tages-anbruch hörte er nach seiner Gewohnheit zwei Messen. Schonwar es fünf Uhr, die Truppen erwarteten mit Ungeduld dasverabredete Zeichen. Tilly, voll Besorgnis über den Ausgangdeö gefahrvollen Unternehmens, berief noch einmal einen KriegS-rath. Er stellte den Befehlshabern vor, wie bedenklich eS sei,bei Hellem Tage den Sturm zu beginnen. Die Meinungen warengetheilt, denn die beste Zeit schien bereits vorbei zu sein, undfast zwei Stunden wurde hin und her gestritten. Da wies einerauf daS Beispiel Mastrichrs hin. Auch dort habe man mehrereStunden nach Tagesanbruch gestürmt und den Wall überrascht,weil die ermüdeten Wachen sich dem Schlaf überließen. Dasgab den Ausschlag. Es wurde beschlossen, unverzüglich den Sturmzu beginnen. — Auf dem RathhauS zu Magdeburg wurde seitvier Uhr verhandelt, wie man jetzt den bis jetzt zurückgehaltenenTrompeter an Tilly zurücksenden müsse und welcher Vertragdem Grafen vorzuschlagen sei. Um fünf Uhr ließ der Admini-strator durch drei seiner Räthe protcstiren: man solle gar Nie-manden Hinausschicken, sondern schriftlich antworten — gewiß