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vom Pferde, hob einen kleinen Knaben, der an der Brust seinergelobteren Mutter lag, in die Höhe und sagte: „das sei meineBeutel" wobei Thränen das Angesicht des greisen Kriegers be-netzten. (K. A. Wenzel — N. Gesch. d. Deutsch. — setzt hierhinzu: „Aber diesen Feldherrnthränen ist der Ruf der ThränendeS Xerxes, des Scipio, des Titus nicht zu Theil geworden").—Um ll'/r Uhr hörte jedes Gefecht auf. Bereits hatte der großeBrand fast die ganze Stadt ergriffen. Auch da noch kamen vieleSoldaten um, die rücksichtslos der Beute oder der Unzucht nach.gingen. Um 12 Uhr aber mußte wegen der heftigen Feuersbrunstalles Militär die brennenden Trümmer räumen bis auf einigeRegimenter zur nothwendigen Bewachung. Während des Abzugshielt Tilly an einem Thore und ließ in einem stehen gebliebenenHause alle herauskommenden Frauen bergen. Den Männernfreilich mußte er eS überlassen, sich so gut sie vermochten zu lösen,denn dies war Kriegsgebrauch. Von Leu 1500 Wohnhäusernder Stadt blieben nur der Dom, einige Klöster, Domhcrrenhäuserund wenige andere kleinere Häuser, dann etwa 100 Hütten amFischerufer. ES wurden so viele Leichen in die Elbe geworfen,daß der Strom eine Zeit lang wie gedämmt war. Die zuver-lässigsten Berichte nehmen 20,000 Umgekommene an. — DerAdministrator Christian Wilhelm war verwundet und gefangenworden. In daS Quartier Pappen Heims gebracht, stellte ihmdieser das Thörichte feines Unternehmens vor, da er in Magde.bürg so gut wie verrathen und verkauft gewesen sei. JedenAbend wären sie durch besondere Schreiben von allen seinen An-schlügen und was sonst in der Stadt vorgegangen sei, ganz genauunterrichtet gewesen. Till« mied seinen Anblick. Er wurdespäter nach Wien gebracht und trat zur katholischen Kirche über,und in dem „8p66lilum voritutis UrnnckeiilinrAieum", gedrucktzu Köln 1653, in welchem die Gründe seiner Glaubensänderungdargelegt sind, erklärt er ausdrücklich r „Als ein eifriger Luthe.raner und in den Lehrsätzen feines Bekenntnisses gründlich unter-richtet, sei er nicht durch Ueberredung von Andern, sondern
zerstört rc. — Jedenfalls hat die Anschauung, daß Tilly nicht dasSchicksal Magdeburgs verschuldete, gewiß ebensoviel Berechtigung, alsdiejenige, die in der damaligen Einmischung der Schweden die lautereUneigennützigkeit und in Gustav Adolf den Befreier des deutschen Volkeserblickt. D. B.
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