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Zehnter Band.
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lediglich durch die eigene Bemühung, die katholischen Dogmenals irrig zu widerlegen, dazu gekommen, sich zu einer Religionzu bekennen, die er bis dahin als antichristlich gehalten." Ererhielt im Westfälischen Friedensschluß eine reichliche Entschädi-gung für den Verlust deö ErzbisthumS und starb 1665 im Altervon 78 Jahren *).

Der Eindruck, welchen die Kunde von dem Untergang Magde-burgs — welche Stadt indeß ihr Unglück dadurch verschuldete,daß die Truppen hier mit den Bürgern selbst, die im Besitz derreichsten Vorräche ihre Vertheidiger buchstäblich hungern ließen,als mit ihrem eigentlichen Feinde zu thun gehabt hatten, daß inden Straßen gckämpft, aus den Häusern geschossen und vor Ueber-wältigung deö Widerstandes keinerlei Abkommen getroffen wordenwar — hervorbrachte, war ein unglaublicher. Ein großer Theilder protestantischen Stände verzagte plötzlich; Ulm und WormSerklärten dem Kaiser, daß sie mit dem Leipziger Bunde nichtszu thun haben wollten; die fränkische und schwäbische Ritterschaft,die Stadt Nordhauscn rc. re. versicherten den Kaiser ihrer Treue,der Herzog von Württemberg entschuldigte sich wegen seinerRüstungen rc. rc. Ueberall war Furcht und Besorgniß. Die all-gemeine protestantische Stimme wendete sich gegen Kursachsenund Gustav Adolf, da beide dem Verderben der edlen Stadtnicht zuvorgekommen seien. Tilly erließ ein Manifest, welchesdazu herausforderte. Nachdem er berichtet, mit wie vielen freund-lichen Ermahnungen er der Stadt eine billige Kapitulation an-geboten und auch Kurbrandenburg und Kursachscn um Vermitt-lung ersucht habe, und wie die Magdeburger Alles in den Windgeschlagen, je länger desto freventlicher verfahren, allein aufden Beistand fremder Nationen vertrauend, erklärt er, daß er

*) Obige Darstellung der Magdeburger Katastrophe ist nach der gewissen-haften, mit den vollständigen kritischen Untersuchungen, Urkunden undBelegen ausgestatteten Schrift von v,-. H. W. Bensen, das Ver-hängniß Magdeburgs, Schaffhausen 1656, gegeben. Zu vergleichen sind:„Der Brand Magdeburgs im Jahr 1631," Hist.-pol. Bl., Bd. 3 u.14. Im letztem Aufsätze befindet fich die Darstellung des StiftspriestersZach. Bandhauer aus der Tepler Stiftsbibliothek: Viai-Ium in gaotrixlox rebellio et exoiäium oivitutis RaAckeburxensiiim eontinenlur,ita guvä res oorum traxioe aliguanäo eonioeäivo narrantur. 4. Ollr.1631, 20. Mag!.