141
dieses Manifestes und der öffentlichen Aufregung fand GustavAdolf für nöthig, auch seinerseits ein Manifest zu erlassen.Mir viele« Worten wird dargcthan, daß der König nach denStellungen der Heere — aber wohlverstanden, wie sie vom No-vember 1630 bis zu Ende März 1631 bestanden — nach Magde-burg gar nicht habe vorrücken können. Daß er aber nach derVictoria, die ihm zu Frankfurt der liebe Gott verliehen,„der ohne allen Zweifel Ihrer Königlichen Majestät so getreueChristliche unbefleckte Intention angesehen, nicht habe vor-rücken können, daran sei nur die Unentschlossenheit von Kur-brandenburg und Kursachsen Schuld." Man habe nicht wis-sen können, ob die Mächte als Freund oder Feind anzusehenseien rc. Ungeachtet ihrer klugen Wendungen machte Liese Er-klärung geringe Wirkung, aber soviel ergab sich nun doch, daßdie Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen sich dem schwedi-schen Bündnisse nicht länger entziehen konnten, zunächst jener.Erschreckt durch das Geschick Magdeburgs wollte er zwar eineneben endlich mir dem Könige zu Stande gekommenen Vertragwieder rückgängig machen, aber Gustav Adolf zwang ihn nun,sich in seine Hände zu geben. Kursachsen widerstand zwar noch,indem eS zugleich die Leipziger BundeSgliedcr zum Ausharrenermähnte, aber der Entschluß des Kurfürsten legte ein zu bedeu-tendes Gewicht in die Waagschale, als daß er nicht von beidenSeiten gedrängt werden sollte, sich rasch zu entscheiden.
Während Tilly sich nach Thüringen wandte und den Land.grasen von Hessen bedrohte, der bald darauf mit Gustav Adolfein Bündniß schloß, ließ dieser die schwedischen Stände zumSchein über einen etwaigen FriedenSvertrag mit dem Kaiserunterhandeln, um die deutschen Protestanten zu schrecken und siedesto schneller zum Abschlüsse eines Bündnisses mit dem Kaiseranzutreiben, vollendete die Eroberung Pommerns, nahm einestarke Stellung an der Elbe, welche die Kaiserlichen vergeblichangriffen, und setzte die vertriebenen Herzoge von Meklenburgwieder ein, in welchem Lande sich die kaiserlichen Besatzungen,von Tilly abgeschnitten, nicht behaupten konnten. Derselbe er-griff nun Maßregeln, um Kursachsen zur Entscheidung zu drängen.Da der Kurfürst sich den kaiserlichen Mandaten nicht fügen wollteund beleidigt durch die Drohungen Tilly's erklärte, „erwerbeder Gewalt entgegensetzen, waö Recht, Natur und Herkommenlehre, und ihm sonst nie in den Sinn gekommen sein würde," so