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Zehnter Band.
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rückte Tilly als kaiserlicher Feldherr in das Kurfürstentumein und rückte vor Leipzig, während ihm, als bayerischemGeneral, vom Kurfürsten Max Mißfallen über das ganze Ver.fahren gegen Sachsen ausgedrückt wurde, da „der UebertrittSachsens auf schwedische Seile dem Kriege eine neue Gestaltund unabsehbare Dauer verleihen" würde. Die Weisung kam zuspät und Kurfürst Max hatte richtig geahnt: bereits hatte sichJohann Georg für das Bündniß mit Schweden entschiedenund sein Heer dem schwedischen zugesellt. Er drang gegen Gu.stav Adolf'S Ansicht auf eine Schlacht, die denn auch beiBreitenfeld (17. September) geschlagen wurde.

Schlacht bei Breitenfeld. 1631. 17. September.

Hier, wo Tilly zum Erstenmale eine Niederlage erfuhr,erfocht Gustav Adolf einen so entscheidenden Sieg — dagegenwaren die Sachsen eigentlich geschlagen worden —, daß nurnoch die Frage in Betracht kam, ob, da die kaiserlichen Erk-staaten schutzlos dalagen, durch Böhmen und Mähren gegen Wienzu ziehen sei, oder man sich durch Franken nach dem Rhein undBayern wenden solle. Da es einer Verfolgung der Trümmer deskaiserlich-ligistischen Heeres, welche Tilly und Pappen heimnach Niedersachsen und Westfalen führten, nicht bedurfte, wardbeschlossen, beideS zu thun. Der Kurfürst von Sachsen rücktenach Böhmen vor, während der König sich durch Thüringen nachFranken, der „Pfaffenstraße", wendete, ohne auf die Mahnungendes französischen Kabinets zu achten, welches zwar nichts sehn.licher wünschte, alö Oesterreich im Herzen zu treffen, dagegendie katholischen ReichSglieder verschont wissen wollte. Er unter,warf Franken und daö Rheinland, bereitere der Stadt Würzburgein kaum minder furchtbares Geschick, als es Magdeburg getroffenhatte, nahm Mainz und Mannheim und fand sich so sicher inDeutschland, daß er seine Gemahlin nach Frankfurt, der Wahl.ftätte des Kaisertums, kommen ließ, wo eine ganze Reihedeutscher Fürsten, unter denen Herzog Bernhard von Sachseneinen großen Namen erwarb, seinen kriegerischen Hof „zierten" *).

*) In der ersten Freude über den Sieg bei Breitenfeld hatte der Kurfürstvon Sachsen selbst dem Könige gesagt, er wolle ihm seinen Dank durchdie Kaiserkrone bethätigen. — Daß dieses Anerbieten, wie sehr es denKurfürsten hinterher reuen mochte, nicht aus unfruchtbaren Boden ge-