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Inzwischen fanden auch die Sachsen in Böhmen fast keinenWiderstand und die schwache spanische Besatzung überließ ihnenauch die Hauptstadt (1631, 15. November). Aber sie unternah.men es weder in den Religionsverhältnissen eine Veränderung
fallen war. dafür finden fich mehrfache Andeutungen in den Staats-schriften jener Zeit. In den Anträgen, welche der schwedische BotschafterRuffel zu Anfang des Jahres 1632 an den polnischen Reichstag richtete,hieß es u. A.: Da der König des heiligen römischen Reichs und derdaran liegenden Königreiche Liberator. auch ein Wiederbringe« und Be-freier der ganzen Christenheit sei. so würde er die Republik Polen denimmerwährenden Frieden, welchen Schweden mir dem Römischen Reichehabe. genießen lassen, und die Kronen Ungarn und Böhmen mit ihrdurch ein unauflösliches Band vereinigen. hll'Irsatv. Lurox. H.) DieBedingungen, welche bei einer gegen Ende des Jahres 1631 von meh-reren Reichsfürsten beider Konfessionen, während des Aufenthalts Gustav'Sin Frankfurt angeknüpften Friedensunterhandlung schwedischer Seit«vorgeschlagen und im folgenden Jahre absichtlich durch den Druck ver-breitet wurden, lauteten aus Kassirnng des Restitutions-Edikts, völligeGleichstellung beider Religionen im Reich, Herstellung der Länder Böh-men, Schlesien und Mähren in den vorigen Stand, Restitution desPsalzgrafen Friedrich in seine vorige Possessiv« (ohne nähere Bestim-mung, ob darunter Böhmen oder blos die Pfalz gemeint sei), Zurück-gabe der an Bayern verliehenen Knrwürde, Vertreibung der Jesuitenaus dem ganzen Römischen Reich, Besetzung der geistlichen Stifterzur Hälfte mit Evangelischen, Erwählung des Königs von Schweden,der das Reich vom Untergänge gerettet, zum Römischen Könige. CVIieatv.Lurox. II. kioeius äe bello 6erm.). Im Juni 1632 sandte Gustavvon Nürnberg aus den Pfalzgrafen August von Sulzbach an den Kur-fürsten von Sachsen, um die Befestigung des Vereins der protestantische»Stände zu betreiben, und ließ ihm bemerkbar machen: Die Sache seidahin gekommen, daß die Evangelischen durchaus eines Kaisers vonihrer Religion bedürften; der Kurfürst solle nun ernsthaft daran gehen,Laß der König hierzu erwählt werde. Die Stimmen der Evangelische»habe er hinreichend verdient; die Länder vieler Katholischen habe er imBesitz und die andern würden nach Aufhebung des Vorbehalts nichtungern bald aus seine Seite treten. Ferdinand habe sich durch Ver-letzung der Reichsgesetze der kaiserlichen Würde längst selbst verlustiggemacht. (Pufendorf IV. tz 36.) Dessen ungeachtet äußert Senken-de rg in dem im Jahr 1795 erschienenen 5. Bande der Fortsetzung deöHäberlin: „die angeblichen schwedischen Friedensvorschläge möchtenwohl einer satirische» Schrift entnommen sein, da nach denselbeuGustav nicht mehr und nicht weniger als die Römische Königskroneverlangt habe.- Zehn Jahre später, nach Stiftung des Rheinbundes,