Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

144

vorzunehmen, noch drangen sie weiter nach Mähren und Oester.reich vor. Der Kurfürst, mit dessen General Arnim der ehe.malige Feldherr desselben, Wallenstein, im Auftrage deS Kai-serS unterhandelte, legte durch sein ganzes Verfahren an denTag, daß er Böhmen nur für seinen rechtmäßigen Besitzer be.wahren wollte und nur deshalb nicht Frieden mit dem Kaiserschloß, weil er bei den Erfolgen der schwedischen Waffen eS nochnicht für gerathen hielt, mit Gustav Adolf zu brechen.

Tilly's Tod. 1632, 20. April.

Während dessen hatte Tilly wieder einige Truppen gesam-melt, zu denen auch Herzog Karl von Lothringen gestoßen war,einen vergeblichen Versuch gegen Nürnberg gemacht und um diebayerische Grenze gegen den vom Rheine aus heranziehendenSchweden zu decken, eine Aufstellung am Lech genommen. Alleiner vermochte Gustav Adolf nicht am Uebcrschreiten deS Flusseszu hindern und erhielt bei diesem Anlaß eine schwere Wunde,in Folge deren der dreiundsiebcnzigjährige Feldherr zu Ingolstadkstarb, während sein Gegner nach der Einnahme Augsburgs dieseFestung belagerte und bald darauf in die Hauptstadt BayernSeinzog.

Wiedereinsetzung Wallenstein's, 1632, 13. April.

Die Liga war vernichtet, aber der Kaiser hatte einen Ersatzgefunden, wo er allein einen solchen in der Bcdrängniß deSAugenblicks zu finden hoffen durfte. Er halte — was unvcr-weidlich geworden — Wallenstein wieder für feinen Dienstgewonnen. Es ist überhaupt nun erwiesen*), daß der Kaiserden verabschiedeten Feldherrn immer im Auge behielt, ihm seineGunst erhielt und die Verbindung zu erhalten suchte, die zurWiedererhebung desselben zum Generalissimus führen mußte, unddiese Wiedererhebung war bereits beschlossen, noch ehe man von

würde der deutsche Freiherr es wohl nicht mehr gar so unglaublich ge-funden haben, daß ein auswärtiger Fürst daran gedacht habe, dasdeutsche Reich sich unterwürfig zu machen. K. A. Menzel.. D. B.v) vr. B- Dudik, O. S. B. Waldstein von seiner Enthebung bis zurabermaligen Uebernahme des Armee-Oberkommandos, vorn 13. August1630 bis 13. April 1632. Räch den Akten des k. k. Kriegsarchivsin Wien dargestellt. Wieg, 18S8. D. B.