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Zehnter Band.
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Alsbald bewog der kaiserliche Capo durch bloßeö Vorrückendie Sachsen zum Abzüge aus Böhmen; die beiderseitigen Be.wegungen geschahen wie auf Verabredung. Aber die dem Kurfürstenvon Bayern versprochene Diversion gegen Sachsen unterblieb, sowiedie für Lilly zugesagte Verstärkung. Indeß die Befürchtung,nach der Niederwerfung Bayerns möchte sich der Schwede nachOesterreich wenden, bewog Wallenstetn nach mehrmonarlicherZögerung, an der böhmischen Grenze sich mit dem bayerischenHeer zu vereinigen. Die Zusammenkunft mit dem Kurfürstenfand (Ende Juni) zu Eger statt. »Als nun der Kurfürst vonBayern und der Herzog von Friedland, erzählt Kh cv enh iller,einander empfingen, waren Aller Augen auf beide gerichtet, dennJedermann wußte, daß der Herzog von Friedland dem Kurfürstenseine Abdankung zugeschrieben, und der Kurfürst sich eingebildet,der Herzog werde eS ihm nicht vergessen und nicht ungerächtlassen; aber Beider Interesse und die Erhaltung von Land undLeuten hat auS der Noth eine Tugend gemacht, und Beide habenihre Passioneö in Freundlichkeit und Vertrauen verkehrt; dochhaben die Ouriosi bemerkt, daß der Kurfürst die Kunst zu dissi.muliren besser alS der Herzog gelernt." Ihrem starken Heeresich nicht gewachsen fühlend, zog Gustav Adolf — der sichnicht lange in München aufgehalten, wo er sich mit auffallenderHuld benommen *), nachdem er nicht vermocht, jene Vereinigung

Wallenstein, Nrk. Nr. >9) mitgetheilt werden, nicht für ächt zu halten,weil er sie so nicht verzeichnet fand. Aber er spricht die Ueberzeugungaus, daß, wenn sie auch im Wesentlichen desselben Inhalts gewesenwären, sie schwerlich dem Herzog zum Vorwurf gemacht werden könnten,der sich nach den früheren Erfahrungen hätte sicher stellen müssen.Seine Schuld sei nicht, so viel verlangt, sondern was er erlangtin ehrgeiziger Selbstsucht mißbraucht zu haben. Der redliche Tilly,dessen Thätigkeit er durch Entziehung des Proviants zu hemmen be-strebt gewesen, beglückwünscht den Herzog, „weil er selbst hierdurch einergroßen Bürde und Laboriaths" enthoben werde, und bittet, „vertraulicheKorrespondenz zu continuiren." Die beinahe stereotype Antwort auf dievielen Glückwünschnngsschreiben, „wesgestallt wir auf Ihr kaif. Mas.genedigstes Begehren Uns der Armee auf eine Zeitlang hinwieder anzu-nehmen behandeln lassen", dürften ebenfalls zur Eharakterisirung desMannes dienen. D. B.

Daß er mit den Jesuiten freundlich sich besprach und sogar am Him-melfahrtstage dem katholischen Gottesdienst beiwohnte, erregte schonArgwohn. Eine evangelische Stimme sagte: Auf der Höhe des Glückes

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