Band 
Zehnter Band.
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und ihm ein Kampf der Verzweiflung um Sein und Nichtseinvorbestanden haben. Aber ein günstiges Schicksal trat wohlthätiginS Mittel und bewahrte den von einer halben Welt Vergöttertenvor rücksichtsloser Enthüllung der Pläne eines gemeinen Erobe.rerS, wenn eS ihm glückte; und anderen Falls vor dem Hasseund Höhne der Mitlebenden, die ihn, der die Lauterkeit desWillens erlog als Deckmantel der Selbstsucht, zu strafen nichtgesäumt haben würden. Dennoch aber mögen wir die BedeutungGustav Adolf'ö für den Gang der Ereignisse nicht verkennen;sein unreiner Wille diente, die zersplitterte Kraft einer Parteizusammenzuhalten, um unmittelbarer herbeizuführen, was dieWiderstandsfähigkeit der deutschen Protestanten, die im Jahre1630 das Vertrauen zu sich selbst zeitweise verloren, wiewohlspäter, doch freilich ohne die fremde Einmischung, auch mehr zumHeil des unverkürzten Vaterlandes erreicht hätte — die kirchlicheDuldung. Müssen wir zwar darum schmerzlich lächeln über diegedankenleere Verkehrtheit und die Entäußerung jedes nationalenSelbstgefühls, in welcher Protestanten, nach der Tradition ihrerSchulmeister und Prediger, „dem hochherzigen, reinen Kämpferfür ihre Kirche und dem Retter der deutschen Freiheit" Denk-faulen errichten, einer Freiheit, die nur den Fürsten zu Gutekam, und deS Reiches Oberhaupt jeder nothwendigen Herrscher,gewalt, zum Frohlocken eigennütziger Nachbaren, entkleidete; —so wollen wir doch mit tiefer Bewegung auf den Schwedensteinblicken und der ewigen Vorsicht danken, welche aus dem unklarenGewirre menschlicher Leidenschaften uud den Thaten menschlicherSelbstsucht wunderbar und unbegreiflich daS Heil zu fördernweiß" *).

F. W. Barthold, Geschichte des großen deutschen Krieges. Stuttgart1842. — Kaiser Ferdinand benahm sich bei diesem Ereignisse ganz alsder edle fromme Fürst, den jeder Zug an ihm verräth. Während seineHofleute frohlockten und den Krieg nun für geendigt erklärten, sagte er:„Wir wollen in der Demuth fortfahren und die Sache Gott dem Herrnbefehlen." Und als ihm das blutige Wamms des Königs gebrachtward: „Gern hätte ich ihm ein längeres Leben und eine fröhlicheRückkehr in seine Heimath gegönnt, wenn nur der Friede in Deutsch-land härte erlangt werden können." Papst Urban VIII. bewies dem Ge-fallenen eine ähnliche Theilnahme. Und überblickt man Gustav Adolf'skurze aber glänzende Laufbahn in Deutschland, so ist begreiflich, daßselbst die Gegner des gekrönten Feldherrn, groß als Taktiker und als