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Nach dem Tode Gustav Adolf'S und dem bald darauferfolgenden Ende Wallen st ein's — deren Laufbahn dazudiente, daß fortan in Deutschland eine katholische und eine luthe,rische Hälfte sich gegenseitig die Waage hielt, und daß das Vater-land durch seine eigenen Söhne gefesselt ward — traten Feld-Herren zweiten Ranges hervor, die zum Theil den Bürgerkrieg immerwieder neu fchufen, wahrend die französische Politik noch fünf.zehn Jahre lang dessen Ende hinzuhalten vermochte. Damit istgenug gesagt, um zu begreifen, daß fortan die bösen Künste derArglist auf grauenerregende Weise überhand nahmen. Mit Gu-stav Adolf selbst wäre Frankreich wahrscheinlich zum Bruchegekommen; seine Erfolge erregten die Eifersucht dcS PariserHofeS, der ihm am Ende die Hülfsgeldcr gar nicht mehr aus.zahlte und die Anfrage stellen ließ, wo er seinen Eroberungendie Grenze stecken wolle. „Da, wo eö mein Interesse fordert,"war des Königs Antwort. Und da Richelieu mit dem An-marsch eines französischen Heeres drohte, erwiderte der König,Frankreich brauche sich nicht so weit zu bemühen, er werde ander Spitze von 100,000 Mann nach Pariö ziehen. In der That
Stratege, ihm ihre Anerkennung nicht versagten. Alle katholischen Schrift-steller, auch die aus der Gesellschaft Jesu, sprachen mit Achtung vonGustav und seinen großen Eigenschaften (Burges, Riecins, Siri,Nannt). Khevenhiller unterläßt nicht, mehrere ihm zur Ehregereichende Aeußerungen des Königs beizubringen. Der Nuntius Ca-raffa bezeichnet ihn in der fortgesetzten Kermania. «aers. rekormataals einen König, dessen Gleichen Schweden keinen, Europa wenige ge-habt hat. — Dessen ist übrigens kein Zweifel, daß die Selbstständigkeitder deutschen Fürsten weit mehr von Gustav Adolf bei längerem Lebenund glücklichem Verlauf seiner Laufbahn bedroht war, als von Ferdi-nands II. angeblichen Absichten zum Umsturz der Reichsverfaffung. Dieszeigte sich bei seinem Verfahren gegen Friedrich Ulrich von Wolfen-büttel, den er aufforderte, eine erbliche Untertbänigkeit gegen Schwedeneinzugehen, und gegen den unglücklichen Winterköuig Friedrich, demer kurz vor seinem Tode die Bedingungen kund that, unter denen er die denSpaniern abgenommenen rheinischen Pfalzlande zurückerhalten sollte-Wallenstein hätte diese Bedingungen kaun, anders diktiren können.Friedrich überlebte indeß den König nur um 13 Tage. Aus diesenBedingungen geht auch hervor, daß der König das Fürstenthum Mainzund überhaupt die geistlichen Fürstenthümer als schwedische Eroberungenbetrachtete, sowie auch in der Folge sich ergab, daß sein Kanzler Oren-stierna ein besonderes Absehen aus Mainz gerichtet hatte. D. B.