Band 
Zehnter Band.
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würde Gustav Adolf, der in seinem schrankenlosen Ehrgeizedie Hände zugleich nach der deutschen und der polnischen Kroneausstreckte, mit dem Sultan unterhandelte, während er die Ncu-griechen, ja die Syrer wider ihn aufreizte, den Krieg mit einerhalben Welt, geschweige denn mit Frankreich, nicht gescheut haben.Indeß, als sein Stern bei Lüyen erblich, da huldigte eine großeAnzahl der deutschen Herren willig dem gebieterischen fremdenEdelmanne, dem Kanzler Openstjerna, und verband sich mitihm und Frankreich, so lange für einen Mann zu stehen, bis die„deutsche Freiheit wieder hergestellt sei!" - „Und die Nation?Ob katholisch, ob protestantisch, sie ward zertreten und gewürgtvon den Söldnern beider Parteien, von dem Schaume und Aus-wurfe aller Länder Europa's. Doch gingen die Deutschen selbstvoran. Daß seyauerliche Mittel des QuälenS, der Schwedentrank,ist nicht zuerst von den Schweden, sondern von den SoldatenBernhardts von Weimar angewandt. Dieser deutsche Held,welcher erweislich zuweilen mit Absicht die Ausschweifungen seinerSoldaten hingehen ließ, laö täglich sein Kapitel in der Bibel.Und Hugo Grotiuö glaubte, daß mit diesem Herzog Bern-hard von Weimar Deutschland seine letzte Hoffnung und fastden Einzigen verloren, welcher deS Namcnü eines deutschen Für,sten würdig gewesen. Wie mochten dann die Anderen sein"?*)

Französische Politik.

Nach dem Tode Gustav Adolf'S erklärte Richelieu,daß, da dieser Tod die Christenheit von großen Uebeln befreithabe, vor allen Dingen nöthig sei, den Krieg in Deutschlandund in Holland zu verlängern, nicht aber durch offene Theilnahmemit den Waffen, sondern mehr auS dem Hintergründe und wiebisher durch HülfSgelder. Und diese Politik, der kein Mittel,Oesterreich zu schaden, anstößig war, glückte, weil ihr, wie jetztder Tod Gustav Adolf'S, so später der Tod deS Bernhardvon Weimar zu Hülfe kam, gerade als er daran war, die vonFrankreich erlisteten Vortheile für sich zu behaupten. Und alsFrankreich es gelungen war, sich in Besitz ganz Lothringens, deöTricr'schcn BiölhumS und der Schutzherrschaft über den Kurfürsten

Studien über Katholizismus, Protestantismus und Gewissensfreiheit inDeutschland. Schaffhausen, 1857. D. B.