Band 
Zehnter Band.
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„eS möchte daS Ansehen des Kaisers verkleinern, daß er gleich,sam einen Mitkönig habe, und in seinem eigenen Staate ihm die freieDisposition nicht bliebe," begleitete Bitte, die Standquartiere inFeindes Land zu verlegen, hatte keinen Erfolg. Kam noch dazu,daß man in Wien von des Herzogs Unterhandlungen mit Frank,reich Kenntniß hatte, so mußte der Entschluß reifen, denHerzog vom Oberbefehl zu entfernen.- Zumal die gewichtigeStimme des Kurfürsten von Bayern sehnlich in diesem Sinnesich auösprach, denn die Zögerung des Friedländerö, zur RettungBayernS etwas zu thun, mußte ihn tief verletzen. Andererseitswar auch der Bedrohte gewarnt, denn neben Feinden hatte erdoch auch Freunde am Hofe und dann blieben die Versuche, dieStimmung der angesehensten Generale zu erforschen, bet allerVorsicht, ihm schwerlich verborgen. Durch seine Unterhändlergenau unterrichtet, daß bei der Spannung und Gereiztheit aufbeiden Seiten jetzt der rechte Zeitpunkt eingetreten sei, gab Ri-chelieu den Auftrag zur Wiederaufnahme der Verhandlungenauf Grund zweier Vertragsentwürfe*), worin die böhmische

*) Der erstere lautete: der Herzog solle sich verpflichten, mit dem Kaiseröffentlich zu brechen und seine Erklärung mit der Besitznahme vonBöhmen oder eines andern Erblandes beginnen; ein Heer von 14 bis15,000 Mann schlagfertig halten, ohne Zustimmung des Königs keinenFrieden oder Waffenstillstand eingehen; wogegen ihm jährlich in zweiTerminen während der Dauer des Krieges eine Million und sogleich50,000 Livr. gezahlt werden sollten, und der König sich anheischigmachte, zu seiner Vertheidigung mit den Verbündeten sich zu vereinigen,ihm den ungestörten Genuß der Staaten in Deutschland, die er früherbesessen, zu sichern, und keinen Frieden ohne Verwahrung des Interessesdes Herzogs mit dem Kaiser einzugehen. — Die einzelnen Vertrags-punkte nach seinem Ermessen festzustellen, ward Fenquieres ermächtigt,nur solle er besonders auf die Erhaltung der katholischen Religion be-stehen. Im Uebrigen solle er nöthigenfalls diese Punkte mit den früherenVorschlägen in Einklang setzen, ohne zwar in Betreff der böhmischenKrone ausdrücklich sich zu verpflichten, zu deren Erlangung indessenBilligung und Unterstützung versprochen, ebenso die Einholung der Zu-stimmung der anderen Verbündeten in Aussicht gestellt werden könne.Könne oder wolle dagegen Friedland nicht offen gegen den Kaiser sicherklären, beharre aber auf seinem „löblichen Vorhaben", die gute Absichtdes Königs zu befördern, so solle über folgende Bedingungen unterhan-delt werden: Friedland zu verpflichten, zur Unterstützung jener Absichtfür das allgemeine Beste sowohl seine Macht als Feldherr als sein An-sän in, Weltgeschichte, x. 11