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Zehnter Band.
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das Kommando verlassen, die zur Berathung nach Pilsen berufe,neu Obersten, in Furcht um dir Bürgschaft ihrer Ausstände, denOberfeldhcrrn baten, „so lange bei ihnen zu bleiben, biö für siegesorgt sei," und daß, alS Jlow für jenen eine verbindlicheGegenerklärung der Obersten verlangte, diese am 12. Januareine Verbündnißakte unterzeichneten, „kraft welcher sie anstatt eineskörperlichen EideS sich verpflichteten, ihrerseits beim Feldherrngetreulich bis auf den letzten Blutstropfen zu verharren, so langeer in Diensten des Kaisers verbleiben werde" *). War es demFeldherrn Ernst um die Niedcrlegung deö Oberbefehls, so fragenwir mit Recht, weshalb er dieses Verbündniß, wenn es ohnesein Geheiß geschlossen wurde, nicht zurückwies, sondern Still-

Nach Wallenstein's Briefen von Förster hat Wallenstein auf dieKunde von den tumultuarischen Vorgängen bei der Unterzeichnung amfolgenden Tage die Obersten vorfordern lassen und ihnen mit der Er-klärung, daß er seine Zusage, bei der Armee zu bleiben, zurücknehmeund unwiderruflich beschlossen habe, das Kommando niederzulegen, denRevers zurückgegeben. Zu der später erschienenen Biographie Wallen-stein's von demselben Verfasser ist bei der gedachten Vorforderung derObersten von der Rückgabe des Reverses nichts mehr erwähnt. Esheißt nur noch, Walleustein habe die Obersten am folgenden Tage zusich beschieden und ihnen nochmals erklärt, daß das Verbündniß wedergegen den Kaiser noch gegen die katholische Religion gemeint, sondernlediglich zur Erhaltung der Armee und dem kaiserlichen Dienste zumBesten abgeschlossen sei. Für keine dieser beiden, mit einander nichteinstimmigen Angaben ist ein Nachweis ihrer Quelle beigebracht. Nachdem Bericht, welchem Khevenhiller folgt, hat Wallenstein am folgen-den Tage die Obersten, als er ihren Widerwillen und ihre Weigerungvernommen, vor sich gefordert und ihnen selbst die Ursachen seines Ent-schlusses, die Armee zu verlassen, in einem empfindlichen Tone vorge-halten, worauf sie im Vorzimmer sich berathen, und ihn sodann noch-mals gebeten hätten: Er wolle das, was am vorigen Tage von etlichenWenigen beim Trunke vorgefallen, nicht so hoch beherzigen, indem siejetzt alle in der Nüchternheit den gefaßten Schluß ratifiziren wollten.In Folge dessen seien mehrere Eremplare, anstatt des ersten, in welchemdie Namen theils im Rausche, theils absichtlich sehr unleserlich geschrie-ben gewesen, unterzeichnet und dergestalt ausgetheilt worden, daß einEremplar bei dem ältesten Kommandanten des Fußvolkes, eines bei demder Reiterei und eines bei den Kroaten bleiben solle. KhevenhillerXII. S. 1140 ff. Dieser Bericht steht mit den Förster'schen Angabenim entschiedensten Widerspruch, ohne daß in beiden genannten WerkenEtwas darüber gesagt ist. K- A. Menzel. D. B.

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