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Nach Wallenstein's Tode, den weder die Sachsen nochdie Schweden benutzten, gleich wie den des Schwedenkönigs dieKaiserlichen nicht benutzt hatten, trat der junge König Ferbi-
moralische Verantwortlichkeit für die Blutthat nicht zuzuschreiben. Uebri-genS gewährte dieselbe, nachdem das Heer gesichert war, und der Feindhöchstens die Stadt Eger, einen todlkranken ohnmächtigen Flüchtling undein Häuflein verzweifelter Abenteurer gewonnen hatte, der kaiserlichenSache keinen Vortheil. Das hatten auch die Jesuiten, gerade die an-geblich erbittertsten Feinde Wallenstein's, ausgesprochen zu einer Zeit,wo kein Anderer in den kaiserlichen Staaten etwas zur Vertheidigungdes Ermordeten vorzubringen gewagt hätte. In einem von einem Je-suiten verfaßten Werke*) heißt es: Niemand soll übel von Wallensteinsprechen. Er wäre ein Thor gewesen, wenn er nach der böhmischenKrone gestrebt hätte, da er wußte, daß er nicht über zwei Jahre mehrzu leben hatte. Die Gerechtigkeit des Verfahrens ward überhaupt schonfrüh in Zweifel gestellt. „Wie nun viele den von Friedland zu defen-diren und unschuldig zu machen sich unterstanden, und zwar darüberallerlei kclntionos in Teutsch und Wälscher Sprache schriftlich und inDruck ausgehen tasten, und diese That eine Mordthat nennen, und vor-nehme Historie! diese Worte davon schreiben: Ob nun besagte That,wie sich die OoiZurunton ungescheut berühmen dürfen, daß sie dieselbemit ritterlicher und lobwürdiger Faust verrichtet, für ein löblich Werkzu halten; ob auch solche Prozesse bei Christen gebräuchlich und zu erweisen,daß dergleichen jemals vorgegangen, ob auch der Herzog von Friedland,welcher dem Kaiser so viele gute Dienste geleistet, einen solche» Aus-gang verdient, davon mögen Verständige und Unparteiische urtheilen.Es ist sonderlich zu merken, daß selbige Nacht um neun Uhr ein er-schreckliches Windbransen entstanden, welches bis gegen Mitternacht undalso eben die Zeit über, da diese Mörderei vorgegangen, gewährt; hatsich also das Firmament gleichsam über diesen grausamen Mordthaten
-1 Uistorlr eocietatis sssu in Loksinis. IV. lib. I. p. t05. Nach einemCitat bei Förster, III- S- 310 . Die Jesuiten hatten das Haus desBürgermeisters Pachhätbel zu Eger, in welchem Wallenstein ermvr,det worden war, drei Jahre nach der Mordnacht bezogen. DasGerücht, daß es in dem Hanse nicht geheuer sei, hatte ihnen dieErwerbung erleichtert. Im Jahr <oZ7 kam ein Pater Provinzial,Martin Srredon, auf einer BisttatioNsreise nach Eger, und erhieltdie Nachkherberge in dem Vlutgemach, über welches ihm nichtsNäheres gesagt ward. Am Btorgen war er zeitig wach und lasMesse. Als er hieraus mir den Srdensbrüdern frühstückte, sagte erzum Pater Suverivr mit drohend aufgehobenem Finger: EureVäterlichkeit wolle künftig keinen Gast mehr in diesem Svukzimmerbeherbergen, ohne ihn vorher zu benachrichtigen. Doch wird nichtsmehr vorfallen. Er fügte sodann die oben stehenden -borte hinzu.