Band 
Zehnter Band.
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übt ward, um ihren Gegnern das Bestehen unmöglich zu machen.Hand in Hand mit dem Hunger gingen ansteckende Seuchen, unddie Soldaten selbst erlagen denselben zu Tausenden. Schlimmerals diese Noth waren die Schändlichkeiten, welche die armenMenschen zu erleiden hatten, wenn die zuchtlosen, in den viel.jährigen Feldzügen verwilderten KriegShorden in die Dörfer oderunverwahrten Städte brachen. Da wurden Leute bei angemach.ten Feuern oder in Backöfen gebraten!, die Augen ihnen auöge.stocken, die Köpfe zum Aufspringen eingeschraubt, Riemen ausdem Rücken geschnitten, Nasen und Ohren, Arme und Beineund säugende Brüste abgehauen, Kien und Schwefel unter dieNägel oder in die Oeffnungen deS Körpers gesteckt und ange-zündet, Mistjauche und Urin in den Hals geschüttet, die Fuß.sohlen aufgeschnitten und mit Salz bestreut, die Männer ver.stümmelt, an Pferdeschwetfe gebunden, zu Zielscheiben für Schieß.Übungen aufgestellt, die Kinder den Eltern weggerissen, in Stückegehauen, an die Wände geworfen, an Spieße gesteckt und ge.braten, die Weiber und Jungfrauen vor den Augen der Männerund Eltern auf öffentlichen Straßen, in Kirchen geschändet, undnicht selten nachher verstümmelt und ermordet. „Ganze Land.schaften liegen da, wie blutlose Leichen, klagt ein gleichzeitigerSchriftsteller; hingeopfert sind die Einwohner durch Hunger,Elend und Jammer aller Art; wo einst die fröhliche Menge sichdrängle, findet man stille, einsame Wüsten, und statt herrlicherSaaten zeigt sich dem Auge nur ärmliches Unkraut. Alle Land.ftraßen werden von Räubern umlagert: der Kaufmann, derReisende wagc sich nicht mehr von einem Ort zum andern. Unddiese Armuth, Verwüstung und Zerstörung haben wir selbst überuns gebracht, und Gottes Strafen vornehmlich durch die Heucheleiverdient, welche ihn zu ehren vorgiebt, in Wahrheit aber ihn zubetrügen sucht. So wendet sich die Schärfe des Schwerteswider uns, und für unsere Laster und Sünden verfolgen unsFurien, Flammen, Rache jeder Art, panischer Schrecken, undwaS sonst nur Unglückliches und Unseliges erdacht und auSge.sprachen werden kann. — Wer Neigung zum Frieden zeigt, giltfür gleichgültig oder abtrünnig, und es ist fast Grundsatz gcwor.den, baß man den Oesterreichern oder den Fremden, ja Jedem,der Gewalt habe, dienen und immerdar ein Sklave sein müsse"*).

') K. A. Wenzel, c>. a. O. VUl.