Band 
Zehnter Band.
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den ohne eine beispiellose Großmuth gegen denjenigen Theil,welcher, wie die Pfalz, die ursprüngliche Ordnung der Dingeumgestoßen hatte. Wie sollte Maximilian vermocht werden,die Obcrpfalz und Stücke der Rheinpfalz ohne Entschädigungherauszugeben, da er sie nicht als kaiserliche Belohnung oder alsUngarische Eroberung, sondern durch Kauf und als Ersatz für dieungeheuren Kosten besaß, die er, in der Höhe von 13 MillionenGulden, an die Eroberung Böhmens gewandt? Wie war derKaiser im Stande, diese Summe herauszugeben, oder der ver-triebene Pfalzgraf, sie zu bezahlen? Indessen gab doch der Kaiserdem Drängen Frankreichs auf Eröffnung deS Friedenskongressesnach, wohl unter dem Eindruck der Erfolge Torstensons undim vorabnenden Gefühle der Ungewißheit, ob nicht die mächtig,sten Stände dem Beispiele Brandenburgs, die angebotene Neu-tralität anzunehmen, folgen möchten. So ließ sieben Jahre nachdem Präger Frieden, als nur noch Ein deutscher Stand, ver.treten durch eine Frau, die Landgrästn von Hessen, gegen ihn dieWaffen führte, der Kaiser, nach zögernder Bestätigung eines mitFrankreich unter dänischer Vermittlung zu Hamburg (Juli 1642)geschlossenen Prältminar-VertragS, im Juli 1643 die Friedens-Versammlung zu Münster und Osnabrück beginnen, zum weltkundi-gen Zeugniß, daß er nicht unbedingt dem Wechsel der Waffenereig.Nisse vertraue, aber auch zur Bezeugung des Anfangs einer neuentraurigen Phase des deutschen Reichslebens. Damals, in der letztenZeit deS dreißigjährigen Krieges, wo die fremden Mächte nur nochdie Großmannssucht des Geschlechtes der Landgrafen von Hessenwillig und bereit zu ihrem Solde fanden, oder wenn man durchausirgend ein höheres Interesse annehmen will, wo allein noch diesesHaus auch für sein rcformirtcS Bekenntniß das Recht des cugusrvAio, reliAio erstrebte, da hielt Hippolithus a Lapide,der schärfste und bitterste Feind deS Hauses Oesterreich und derAnsprüche desselben, den kriegführenden Mächten die Worte vor:8Ü6At »utem no 66886t tnnäum VNNN8 ili6 reliKittnis prn6-t6xt»8l Und eben dies, daß der dreißigjährige Krieg so armwar an allen Ideen, so arm an Begeisterung für diese oder jeneSache, daß er auch nach dem Frieden für keine der Parteieneine wahrhaft erhebende Erinnerung hinterließ, machte auch seineNachwirkungen für die Folgezeit zu einem lähmenden Drucke.Man hatte gelitten, entsetzlich gelitten; aber wofür? Wenn dieZustände, die aus dem Frieden hervorgingen, der Preis aller