Band 
Zehnter Band.
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dieser Mühen und Leiden waren/ so mußten doch wohl eben dieseZustände umfaßt und festgehalten werden, wie ein theures, blut-getränktes Kleinod*). Aber nichts von alle dem, der Friedewar unsäglich arm an Trost und Hoffnung und von der Herr-lichkeit des Reiches ließ er nur eine Ruine/ einen armseligenNamen bestehen. Allerdings freilich war die ReichSvcrsassungschon längst untergraben durch die von den Reichsfürstcn mehrund mehr behauptete und befestigte Selbstständigkcit und die indemselben Maße zunehmende Unmacht des Kaisers, ihnen gegen,über seinen Geboten Geltung zu verschaffen; und der durch diesenZwiespalt eingetretene Widerspruch zwischen Schein und Wirk-lichkeit barg den Todeskeim der alten Reichsverfaffung. Indemnun der oben genannte Schriftsteller dies aufdeckte **), leistete erdem gewaltsamen Durchbruch der Wirklichkeit sehr wesentlichenVorschub.

") Studien über Katholizismus, Protestantismus und Gewissensfreiheit inDeutschland.

") In der Schrift: Ve ratiane Status In Imporio noslro womano - 6or-manioo auotore Uippolitlw s, T-spiäs, 1640. Dieses Pamphlet, welchesgegen die deutsche Vaterlandsliebe und das Streben nach deutscher Ein-heit gerichtet war, wird gemeiniglich dem schwedischen HistoriographenBogisluv Philipp v. Chemnitz aus Stettin (1605—1678), Enkeldes berühmten Theologen Martin Chemnitz, zugeschrieben. A Lapideist eine Uebersetzung des wendischen Namens Chemnitz, Kamin, Stein;Hippolithus ein ungenaues Anagramm von Philippus. K. A. Wenzel(VIII. 63. Anm.) ist dagegen geneigt, den Vater des Geschichtschreibers,Kanzler zu Stettin und nachher in Schleswig, für den eigentlichenVerfasser zu halten; der Sohn soll nur Manches beigefügt haben. Indieser Schrift eines eminenten, doch von tiefstem Haß gegen das HansOesterreich geblendeten Geistes ist wohl manches Zutreffende enthalten,aber um ihre Tendenz zu verfolgen, beschuldigt sie die Kaiser aus demHanse Oesterreich, von despotischen Grundsätzen erfüllt, die Reichsver-saffnng zertrümmert und eine unumschränkte Gewaltherrschaft gestiftet zuhaben. Die Geschichte lehrt das Gegentheil. Vielmehr könnte es um-gekehrt den Kaisern Ferdinand II. und Ferdinand III. eher zum Vor-würfe gereichen, daß sie zu gewissenhaft an den bestehenden Formen derVerfassung festhielten, wie denn auch der letztere es den Kurfürsten über-ließ, die Verhandlung mit den Kronen von Regensburg aus einzuleiten.Hätte der Kaiser selbst die Angelegenheit in die Hand zu nehmen sichentschließen können, so würde wohl das mit einer fast unterwürfigenNachgiebigkeit gegen die Kronen begonnene FriedensgeschLft eine andereGestalt gewonnen haben.