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Zehnter Band.
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in Deutschland. Der Adel bereicherte sich hierdurch sehr undzumeist der König. „ES ist eine Reformation, die fast ganz aufder Dringlichkeit sinnlicher Bedürfnisse, auf der Geldnoth desKönigS, der, um ihr abzuhelfen, mit dem Adel theilen mußte,ruht" *). Da die niedere Geistlichkeit nicht günstig für denLutheraniSmuS gestimmt war, stellte der König auf der Synodevon Oerebro (1529) eine Liturgie auf, welche zwar der lutheri.schen nachgebildet war, doch aber die katholischen Ceremonienbeibehielt; in einer ähnlichen wunderlichen Mischung, die an denAnglikaniSmuS erinnert, behielt er auch die Hierarchie zum Theilbei. Laurenz Petri (PederSson), der thätigste Verbreiterder Reformation, wurde zum Erzbischof von Upsala erhoben;da er jedoch sehr gewaltthätig war, und sich auch nicht herbei,ließ, die Verwendung deS Kirchenvermögens für weltliche Zweckezu gestatten, zog er sich die königliche Ungnade zu. Um den letz.ren Nest von Widerstand zu besiegen, durchzog Gustav mit eineransehnlichen Truppenmacht das Reich und sandte Prediger derneuen Lehre vor sich her; nachdem Liese daS ihrige gethan, kamer, um den Besitz der Kirchen und Klöster einzuziehen und inletztere seine Reiter zu legen.

Der Klerus besaß zwei Drittel von allem Grund und Boden,welche er durch Jahrhunderte langes Ringen mit einer undank-baren Natur gewonnen oder dafür erlangt hatte, daß er demVolke Ackerbau und Sittigung gelehrt, es in seinen Klösternerzogen hatte. Indem er nun der Kirche alles dies nahm, machteaber Gustav seinen Finanznöthen keineswegs ein Ende; er mußtenoch weiter gehen und nahm nicht nur den Kirchen ihre Glockenbis auf eine und erhob für sich den ihnen bezahlten Zehent, son.Lern er unterwarf auch den Adel der Besteuerung. Die Wich.tigkeit des Handels erkennend, suchte er den Handel Rußlandsnach Schweden hinüberzuleitcn. Im Jahre 1558 besaß Schwe.den 29 KriegS. und über 100 Handelsschiffe; indessen gab es beiGustav Wasa'S Tode nur 209 Kauf. und Handelsleute und213 Handwerker, Meister und Gesellen.

Solchen Verlauf nahm die Umgestaltung Schwedens. DerAdel hatte das Vaterland an Dänemark überliefert und Dänemarkihn dafür an Hab und Gut und Blut arg geschädigt; die Geist.Uchkeit harre sich vom Volke getrennt, um die Fremden zu be.

*) H. Leo, Universalgcsch. III.

D. B.