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Vornehmen, Priester und Soldaten zu geißeln, welche mit derganzen Wucht ihrer Vorrechte den gemeinen Mann bedrückten.LazarillS Gaunerstreiche, seine bcttlergleiche Unverschämtheit, seinUmgang mir andern Taugenichtsen, alle Züge naturgetreu gemalt,gaben der „picarcSkcn" Gattung ihre Entstehung und sahen in derFolge eine unendliche Zahl Nachahmungen, unter denen der„Gil BlaS" durch Wahrheit der Zeichnung ganz besonders her.vortritt, obgleich sein Verfasser ein Fremder ist.
Diese drei Dichter, Nachahmer der Italiener, dienten hin.wieder einer ganzen Menge ihrer LandSlrute zu Vorbildern, durchwelche die Literatur, ja beinahe die castilianische Sprache eineneue Gestalt gewann. Mitten im Jubel über so viele Siege,mitten in der Begeisterung, welche wiederholte Entdeckungen,die leichte Gewinnung ganzer großer Reiche und der Anblickeiner rohen, in Blut erstickten Civilisation hervorrufen mußten,sangen die Dichter Hirtengedichte und schaale Liebeleien, abernichts weniger als Heldenthaten oder höfische Abenteuer oderGalanterien, eben weil die Krieger nicht mehr für die Nationfochten; und man könnte sagen, sie hätten entweder die Leiden,die sie andern Völkern brachten, vergessen, oder sich aus derWirklichkeit einer verderbten Welt in eine künstliche flüchtenwollen; aber Erkünsteltes verewigt sich nicht.
Schweigen wir darum von den Dichtern, deren ganzesStreben nur Anmuth war und deren Styl den Eindruck höch.fienö einer pathetischen Musik macht. Der „göttliche" Fernandode Herrera (1516—97) strebte unter Vermeidung aller Natür.lichkeit mühsam nach Erhabenheit in einer ganz manierirtenSprache, womit er eine wahrhaft poetische Phantasie verband,und ging so weit, die dichterischen Wörter und Redensarten vonden prosaischen zu sondern. Er war Priester, ebenso Jörge diMontemayor (f 1561), der, ein geborner Portugiese, die„Diana" in eastilianischer Sprache verfaßte. Dieser Roman,worin er seine untreue Marfisa vorführt, enthält in sieben Büchernumständliche Erzählungen von ritterlichen, ländlichen und alle.gorischen LiebcSseenen und es will viel heißen, dabei Unsinn undWiederholungen zu vermeiden. Gil Pol setzte ihn fort, undviele ahmten ihn nach. Der Augustinermönch LouiS Poneede Leon (1527—91) weihte seine Muse ganz der Religion, zu.mal seit seiner Uebersetzung deö hohen Liedes, wofür er fünfJahre im Gefängniß der Inquisition zubrachte. Bei der Ueber.