Band 
Zehnter Band.
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setzung verschiedener Klassiker- namentlich seines Lieblings, desHoraz, dessen elegante Form und zierliche Anmutb er unter Ab-streifung seines Epicuräismus sich aneignete, leitete ihn der Ge-danke, sie so reden zu lassen, wie sie sich zu seiner Zeit ausge-drückt haben würden, eine Regel, die von folgenden Uebersctzernangenommen wurde. Er ist der korrekteste und bescheidensteDichter Spaniens*). GincS Perez de Hita veröffentlichteunter dem Titel: „Bürgerkriege von Granada" (1595) einen Ro-man über den Hof von Bobadil, über die Abenceragen und anderevon der Ueberlieferung überkommene Ereignisse, oder die viel.leicht von ihm erfunden und volkSthümlich geworden sind. MatteoAleman bat uns in seinem „Guzman de Alfarache" (1599) einschönes Muster von der picarcSken Art hinterlassen, und einebittere Satyre über die damaligen Sitten, voll von Gaunernund Schmarotzern.

Cervantes. 1547—1616.

Die volle Gewalt der spanischen Sprache wandte an der„geistreiche Edelmann Miguel de Cervantes Saavedra",wahrscheinlich aus Aleala de Henares. Um das in seinem Vater,lande vermißte Glück zu suchen, nahm er Kriegsdienst in Italien,in der Schlacht von Lepant» verlor er die linke Hand und beiseiner Rückkehr von den Barbareskcn gefangen genommen, dul-dete er fünf Jahre lang in Algerischer Sklaverei. Darauf durchdie geringen Mittel seiner Familie und die Gaben frommerMilde ausgelöst, verlegte er sich zur Friftung seines Daseinsauf Verfassung von Komödien und Tragödien. Als jedoch Phi.lippS II Tod seine Untenhanen ein wenig aufathmen ließ, gaber den ersten Theil seines „Don Quixote" heraus (1605), wel-cheö Werk, im Schuldenkerkcr begonnen, trotz seiner schnellenVerbreitung in 30,000 Exemplaren in Spanien und im Ausland,ihn dennoch nicht seinem Elend entriß. Eine Satyre ohne Bitter-keil ist vielmehr einzig als selten; selten ein Buch, welches spot-tet, ohne gleichwohl die Sitten, die Religion oder Gesetze anzu-

«) Während er als Dichter zu de» besten Lyrikern gehört, nimmt er durchseine reiche und volksthümliche Prosa Platz unter den größten Meisternder Beredtsamkeit. Vergl. die Ausgabe seiner „Sämmtlichen Original-gedichte, gesammelt, durchgesehen und iu's Deutsche übertragen vonC. B. Schlüter und W. Stark, Münster, 1853. D. B.