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Zehnter Band.
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halben Jahrhunderts erschienen mehr als 25 Gedichte epischerGattung/ die fast alle Karl V verherrlichen, und geringen, sel.ten mittelmäßigen Werth haben. Das beachtenswertheste in dieserArt ist des Don Alonzo de Ercilla y Cuniga (1533—95)„Araucana", so genannt von dem Gebiet von Araueo bei Peru,in welchem der Dichter einen Kriegszug gegen die dortigen In.dianer mitmachte, woran er sein Gedicht knüpft. Das Gedichterschien in drei Abtheilungen zwischen den Jahren 1569 und1590 und hat fast ebenso viele Schwächen als Vorzüge. Nament-lich ist einerseits das Streben, die plötzlichen Uebergänge unddie fließende Diktion der italienischen Dichter nachzuahmen, miß.lungen, wie auch auf eine ungeschickte Weise übernatürlicheWesen nach Art deS Homer und Virgil hineingeflochten sind,während andererseits die Beschreibungen besonders der Schlachtenund wilden Sitten der Indianer unübertrefflich sind; ebenso gc.hören einige Reden zu den besten, die in dergleichen Gedichtenvorkommen und läßt die Charakteristik vornehmlich der indiani.schen Häuptlinge Nichts zu wünschen übrig. Die Araucana ist,obgleich um ein Drittel länger als die Jliade, unvollendet undeS machte in der Folge Diego de SaniSteban Osorio durchHinzufügung von 33 Gesängen den mißlungenen Versuch, dasFehlende zi> ergänzen. Nächst jenem verdiene noch Erwähnungder „Monscrrate" von Cristoval de VirueS, eine Epopöe,deren Stoff den Legenden der spanischen Kirche aus dem 9. Jahr.hundert entnommen ist. Auch die Parodie und daö komischeHeldengedicht fand Pflege. Das beste dieser Art, die „Eselin"deö CoSme de Aldana, ist leider verloren ge.gangen. Von Lope de Vega haben wir hierin eines seinerbesten Erzeugnisse: den „Katzenkricg" (6ntomnekin), dem mandaS unter dem angenommenen Namen Ciucio Marctisso vor-handene: „der Tod, daS Begräbniß und die Ehrenbezeugungender Chrcspina Maranzmaua, Katze deS Juan Chrcspo", zur Seitestellen kann.

In der Lyrik treten besonders Luis de Leon und Fer.nando de Herrera hervor, welche beide in der zweitenHälfte des sechzehnten Jahrhunderts blühten. Letzterer verdientvorzüglich durch seine Canzonen eine Stelle, deren wir sechszehnbesitzen und wovon sich die auf den Steg von Lepanro deS DonJuan von Oesterreich, seines LteblingShelden, besonders aus-zeichnen; nicht minder verdient Hervorhebung eine andere auf