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Zehnter Band.
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den Tod König Sebastians von Portugal bei dessen Unglück,licher Expedition in Afrika.

So sehen wir, daß die Spanier sich in allen Gattungender Poesie, und theilweise mit dem herrlichsten Erfolge, per-suchten, während die Prosa wenig Pflege fand; tritt doch auchnicht ein einziger großer Philosoph oder Gelehrter, ja nichteinmal (was bei Spanien besonders auffallend erscheinen muß)ein großer Prediger hervor.

Portugiesische Literatur.

Dir Schwester der spanischen Literatur ist die portugiesische.Die Dichter derselben pflegten alle außer ihrer Mutterspracheauch das Castilische, welches edler und erhabener war als jene,die durch ihren großen Reichthum an Vokalen und Nasenlautenvorzüglich Anwendung im weichen und anmuihigcn Style findet,ohne daß sie jedoch darum Kühnheit der Bilder - Mannigfaltig-keit und Freiheit im Baue vermissen läßt. Das fünfzehnte Jahr'hundert, welches für dieses Land die Epoche der größten nationalen Thätigkeit und Entwicklung war, erblickte auch seine Li-rerarur auf dem Glanzpunkte, obgleich die Liebe das einzigeVehikel für ihre Begeisterung bot.

Den Reigen der erotischen Dichter führte an MaciaS,mit dem Beinamen „der Verliebte" (o unwovrräo), Knappe undAnhänger des Markgrafen von Villen«, den ein eifersüchtigerEhemann in's Gefängniß werfen ließ und nachher durch dieSchranken fernes KerkcrS ermordete*). In seine Fußstapfen

*) Der Eindruck, den Macias Tod hervorbrachte, war so groß, wie epin einer so Phantasiereichen Zeit sein mußte, und entsprach dem Mit-gefühle, das man mit einem Manne fühlte, der umgekommen war,weil er dichtete und um Minne warb. Jeder, der für gebildet geltenwollte, beklagte sein Geschick. Seine wenigen Gedichte in der galizi-schen Muttersprache, von denen nur ein einziges nicht sehr werthvollesvollständig aufbewahrt ist, wurden allgemein bekannt und allgemeinbewundert. Sein Gebieter, der Markgraf von Villen«, Rodriguez delPadron, der sein Landsmann war, Juan de Mena, der große Hof-dichter, und der »och größere Markgraf von Santillana, bezeugen allegleichzeitig oder kurz darauf die allgemeine Betrübniß. Andere folgtenihrem Beispiel, und die Gewohnheit, sich immer auf ihn und seintrauriges Geschick zu beziehen, dauerte in Romanzen und Volksliedernso lange fort, bis die Gedichte Lope de Bega's, Calderon's und Dne-